Das Vielfaltsbarometer der Robert Bosch Stiftung
Über das Projekt
Deutschland ist ein vielfältiges Land. Darin liegen Chancen für die zukünftige Entwicklung in einer globalisierten Welt, aber auch Herausforderungen für das Zusammenleben der Menschen. Im Moment, so scheint es, sehen viele Menschen eher die Herausforderungen als die Chancen. Zunehmende gesellschaftliche Vielfalt ist dabei ein Thema, das neben vielen anderen steht, die zu Übermüdung oder gar Überforderung führen: Kriege und Konflikte, der Klimawandel, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, Fluchtbewegungen und wirtschaftliche Rezession. Ist jede dieser Herausforderungen für sich betrachtet schon groß genug, brechen sie seit einigen Jahren fast gleichzeitig über uns herein und verstärken sich gegenseitig.
Gesellschaftliche Veränderungen werden vor diesem Hintergrund als zusätzliche Belastung empfunden. Und die Veränderungen sind vielerlei: der demographische Wandel schreitet spürbar voran. Wachsende Einkommensungleichheit verursacht große Probleme, Verteilungskämpfe nehmen zu. Die anhaltende Zuwanderung aus aller Welt führt zu mehr sprachlicher, kultureller und religiöser Vielfalt. Zudem befindet sich die deutsche Gesellschaft in einem Prozess der Pluralisierung und Individualisierung, in dem einstige „Randgruppen“ wie etwa queere Menschen stärker ins Zentrum des öffentlichen Diskurses rücken.
Welchen Zusammenhang also gibt es zwischen Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt? Wie gehen die Deutschen mit Menschen eines anderen Lebensalters oder Geschlechts, mit sozial Schwachen oder Behinderten und mit der Vielfalt an sexuellen Orientierungen, Ethnien und Religionen um? Und wie lässt sich die Akzeptanz von Vielfalt stärken? Mit der Studie „Vielfaltsbarometer“ versuchen wir Antworten auf diese Fragen zu finden.
Was ist das Vielfaltsbarometer?
Das Vielfaltsbarometer der Robert Bosch Stiftung ist eine repräsentative Befragung zu den Themen gesellschaftliche Vielfalt und Zusammenleben in Deutschland. Es liefert Daten über die Meinungen der Befragten zu unterschiedlichen Vielfaltsdimensionen wie Lebensalter, Geschlecht, Behinderung, sexuelle Orientierung, soziökonomische Schwäche, ethnische Herkunft und Religion. Die erhobenen Daten des Vielfaltsbarometers werden zudem in einem Vielfaltsgesamtindex gebündelt und geben Auskunft über den Grad der Akzeptanz von Vielfalt auf Bundes- und Länderebene.
Warum machen wir das Vielfaltsbarometer?
Mit dem Projekt wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die oft hitzig geführten Debatten zu gesellschaftlicher Vielfalt zu versachlichen. Dazu erheben wir nicht nur Daten im Rahmen der repräsentativen Bevölkerungsbefragung. Wir machen auch Vorschläge, wie das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft gestaltet, Diskriminierung abgebaut und das Wissen übereinander verbessert werden können. All das sind Voraussetzungen, um den Zusammenhalt zu stärken und die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit angesichts globaler Herausforderungen zu erhöhen.
Seit wann gibt es das Vielfaltsbarometer?
Die Studie wurde erstmals 2018 durchgeführt und als Vielfaltsbarometer 2019 veröffentlicht. Dazu wurden rund 2.940 Personen in einer bevölkerungsrepräsentativen telefonischen Befragung interviewt. Für die jüngste Befragung aus dem Jahr 2025 wurden knapp 4.800 deutschsprachige Personen im Alter ab 16 Jahren online befragt. Durch vorgenommene Gewichtung sind die Daten aus beiden Jahren vergleichbar. Die Konzeption der Studie und Auswertung der Daten erfolgte durch die Constructor University Bremen.
Ihre Ansprechpartner:innen
Dr. Ferdinand Mirbach
Senior Expert
Ann-Kathrin Ebinger
Projektmanagerin