European Anti-Poverty Network
Über das Projekt
Fast ein Viertel der Einwohner:innen der Europäischen Union sind von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht, und das, obwohl die EU einer der größten und wohlhabendsten Wirtschaftsräume der Welt ist. Die gemeinsame europäische Sozialpolitik ist nur schwach ausgeprägt und bleibt größtenteils den Mitgliedsstaaten überlassen. Diskriminierung und Stigmatisierung hindern marginalisierte Gruppen daran, ihre sozialen Rechte auszuüben und vom europäischen Wohlstand zu profitieren.
Das European Anti-Poverty Netzwerk (EAPN) verbindet Bewegungen und Organisationen auf verschiedenen politischen Ebenen in der EU. Zusammen setzen sie sich für die Beseitigung der Armut durch eine faire Verteilung von Vermögen und den Zugang zu einem starken sozialen Sicherungsnetz für alle ein. EAPN steht in Kontakt mit Entscheidungsträger:innen der EU und nimmt am Dialog über neue Gesetzgebungsinitiativen mit Auswirkungen auf Armut teil. Das Netzwerk stärkt Menschen, die Armut erleben, indem es ihre Stimmen verstärkt und ihre Erfahrungen in den Entscheidungsprozess einbringt.
EAPN ist überzeugt, dass sich die eigenen Ziele nur durch inklusive Strukturen erreichen lassen. Deshalb befindet sich das Netzwerk in einem internen Reflexionsprozess, mit dem die politische Arbeit stärker mit der Basis – den Menschen mit Armutserfahrung – verknüpft werden soll. Ein Anliegen ist auch die Stärkung der Europäischen Treffen von Menschen mit Armutserfahrung. Auf Grundlage dieser internen Weiterentwicklung möchte EAPN sowohl seine Wirkung als auch seine Organisationsentwicklung gezielt ausbauen.
Warum fördern wir das EAPN?
Armut hat erhebliche Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Menschen. Sie erschwert den Zugang zu medizinischer Versorgung, belastet die seelische Gesundheit und führt häufig zu Diskriminierung und Stigmatisierung. Diese Benachteiligungen können durch weitere intersektionale Faktoren wie Race oder Gender zusätzlich verstärkt werden. Die Überwindung von Armut ist eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben aller Menschen. Dennoch bleiben soziale Rechte in der politischen Agenda oft unterrepräsentiert. Auch die ungleiche Vermögensverteilung innerhalb der Europäischen Union verschärft soziale Ungleichheiten. Stimmen von armutsbetroffenen Menschen finden im politischen Entscheidungsprozess nur selten Gehör. Um sich wirksamer für und gemeinsam mit Menschen in Armut einzusetzen, plant das European Anti-Poverty Network, seine internen Strukturen zu überarbeiten und inklusiver zu gestalten.
Was ist das Ziel?
Das übergeordnete Ziel der Arbeit des EAPN ist die Beseitigung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen setzt sich das Netzwerk für eine gerechte Sozialpolitik in der EU ein. Es stellt Entscheidungsträger:innen auf nationaler und europäischer Ebene Informationen und politische Empfehlungen zur Verfügung und arbeitet daran, die Ursachen von Armut durch Bildungsangebote und Trainings zu bekämpfen. EAPN stärkt kontinuierlich seine Forschungsansätze und politischen Analysefähigkeiten, durch langfristige Planungen mit einem klaren Fokus auf Intersektionalität. Ziel ist es, soziale Politiken stärker mit anderen zentralen Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Kinderrechten, Klimaschutz und Antidiskriminierung zu verknüpfen. Auf Basis dieser Forschung möchte EAPN die zukünftige EU-Agenda im Bereich sozialer Rechte aktiv mitgestalten und sich für ambitioniertere Maßnahmen zur Armutsbekämpfung einsetzen. Die Anerkennung vielfältiger Lebensrealitäten und die Auseinandersetzung mit sich überschneidenden Diskriminierungsformen bilden dabei ein zentrales Leitprinzip der Arbeit von EAPN.
Wie ist der Ablauf?
Im Rahmen ihrer Generalversammlung legt die Organisation einen Aktionsplan fest und trifft sich regelmäßig im Jahresverlauf. Sie erarbeitet Strategiepapiere und Berichte und spricht Empfehlungen an politische Entscheidungsträger:innen aus. Zudem überwacht sie die Umsetzung und Wirksamkeit bestehender EU-Strategien im Bereich sozialer Rechte. Zu den Erfolgen des EAPN zählen unter anderem Beiträge zur Verankerung sozialer Rechte in den EU-Verträgen sowie die Mitgestaltung und Begleitung europäischer Strategien und sozialpolitischer Zielsetzungen. Das Netzwerk engagiert sich aktiv dafür, den Stimmen von Menschen mit Armutserfahrung mehr Gehör zu verschaffen. Die Förderung durch die Robert Bosch Stiftung ermöglicht es EAPN, eine interne strategische Überprüfung durchzuführen, um Strukturen zu stärken. In diesen Prozess werden sowohl interne als auch externe Stakeholder einbezogen – darunter auch Delegationen von Menschen mit Armutserfahrung. Ziel dieses Prozesses ist es, die internen Strukturen des Netzwerks sowie die Kommunikationskompetenzen seiner Mitglieder zu stärken, um zentrale Botschaften wirksam in politische Prozesse einzubringen.
Weitere Informationen
Besuchen Sie die Website des European Anti-Poverty Networks und erfahren Sie mehr über die Arbeit unseres Partners.
Ihre Ansprechpartner:innen
Ellen Ehmke_Expert
Senior Expert Ungleichheit
Kahina Rabahi
European Anti-Poverty Network