Traumabegleitung für israelische und palästinensische Friedensorganisationen

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Über das Projekt

Traditionell konzentrieren sich Friedensprogramme in Palästina und Israel auf strukturelle und politische Aspekte, um die nationalen Bestrebungen beider Seiten zu adressieren. Diese Ansätze und Strategien müssen neu ausgerichtet werden, um Trauma und Schmerz als integrale Bestandteile jeglicher Friedensprogramme zu behandeln. Dabei müssen die tiefgreifenden Auswirkungen ungelöster Traumata innerhalb der palästinensischen und israelischen Gesellschaften hervorgehoben und die Narben anerkannt werden, die durch Gewalt, Vertreibung und Verlust entstanden sind.
Ein wesentliches Hindernis für die Arbeit zivilgesellschaftlicher Friedensorganisationen ist, dass sowohl die Mitarbeiter:innen selbst als auch die Programm-Teilnehmenden spätestens seit dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Israel-Gaza-Krieg traumatisiert sind. In diesem Zusammenhang sind psychosoziale Unterstützung zur Bewältigung des Traumas und Fähigkeiten, um ihren Teilnehmenden zu helfen, zu unverzichtbaren Voraussetzungen für NGOs geworden, um ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Eine Umfrage unter den Mitglieds-NGOs von ALLMEP im Januar 2024 ergab, dass solche Traumadienste für ihre Mitarbeiter:innen und die Teilnehmenden höchste Priorität haben, sie jedoch nicht über die Mittel verfügen, um diese bereitzustellen.
Innerhalb dieses Projekts nehmen 50 Mitarbeiter:innen von Friedensorganisationen innerhalb des ALLMEP-Netzwerks an Trainings zur Traumbegleitung teil und erhalten Angebote zur Integration psychosozialer Unterstützung in ihre Aktivitäten. Diese Trainings basieren auf den praktischen Erfahrungen der ALLMEP-Mitarbeiter:innen.
Gleichzeitig fördert das Projekt die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen palästinensischen und israelischen Gemeinschaften, um psychosoziale Unterstützung und psychische Resilienz zu stärken. Außerdem setzt sich ALLMEP bei Regierungen, Geldgeber:innen und anderen Interessengruppen dafür ein, die Bedeutung psychosozialer Unterstützung in der Friedensarbeit hervorzuheben, mit dem Ziel, Investitionen in Traumatherapie und Friedensprogramme zu fördern, die diesen Ansatz verfolgen.

Was wollen wir erreichen?

Ziel 1: Psychosoziale Unterstützung und trauma-informierte Ansätze in die Organisationsstrukturen der Mitglieds-NGOs zu integrieren: Team, Programme und neue Initiativen.

Ziel 2: Die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen palästinensischen und israelischen Gemeinschaften zu fördern, um psychosoziale Unterstützung und psychische Resilienz zu stärken.

Ziel 3: Regierung und philanthropische Geldgeber:innen dazu zu bewegen, einen Standard für ihre Mittelempfänger:innen zu setzen, um einen trauma-informierten Ansatz in ihre Programme zu integrieren und psychosoziale Unterstützung zu finanzieren.

Wie funktioniert das Projekt?

Phase 1: Schulung und Capacity-Building der ALLMEP-Mitarbeiter:innen (2 Monate)

Phase 2: Einbindung und Unterstützung der Mitglieds-NGOs in drei Kohorten: Palästinenser:innen, palästinensische Bürger:innen Israels, jüdische Israelis; Training of Trainers (ToT) und Bereitstellung von Hilfsmitteln und Ressourcen auf einer gemeinsamen Plattform (12 Monate)

Phase 3: Organisation gemeinsamer Online-Seminare für palästinensische und israelische Peacebuilder; Förderung von Dialog und Austausch zur Weitergabe bewährter Verfahren (4 Monate)

Parallel (24 Monate): Entwicklung von Kommunikationsmaterialien und Fallstudien, die die Auswirkungen trauma-informierter Friedensansätze auf die vom israelisch-palästinensischen Konflikt betroffenen Individuen und Gemeinschaften hervorheben. Einbindung von politischen Entscheidungsträger:innen, Geldgeber:innen und anderen Interessengruppen, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Investitionen in psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung als integrale Bestandteile eines nachhaltigen Friedensprozesses zu schärfen.

Wer organisiert und unterstützt das Programm?

Die Alliance for Middle East Peace (ALLMEP) ist das größte Netzwerk israelisch-palästinensischer Friedensorganisationen. Sie arbeitet mit und für ihre rund 160 Mitgliedsorganisationen in der Region und setzt sich international für eine stärkere multilaterale Vernetzung für lokale zivilgesellschaftliche Friedensarbeit in Israel/Palästina ein. 2020 wurde in den USA als direktes Ergebnis von ALLMEP’s Advocacy der Middle East Partnership for Peace Act (MEPPA) parteiübergreifend verabschiedet, der über fünf Jahre 250 Mio. USD für zivilgesellschaftliche Projekte im Bereich der Friedenssicherung bereitstellt. ALLMEP setzt sich jetzt dafür ein, dass der dringend gebrauchte diplomatische Horizont zur Lösung des Nahostkonfliktes zivilgesellschaftliche Friedens-Akteure aus der Region einbezieht und dass internationale Geber sich koordinieren, um diese Arbeit gemeinsam zu stärken, Expertise zu bündeln und so die Wirksamkeit von zivilgesellschaftlicher Friedensförderung in Israel/Palästina insgesamt zu erhöhen.

Einblicke

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    Am 27.06.24 luden die Alliance for Middle East Peace und die Robert Bosch Stiftung in Berlin zur Veranstaltung „How to Carry On: Civil Society Peacebuilding Amidst Trauma”. On June 27th, 2024, the Alliance for Middle East Peace and the Robert Bosch Stiftung hosted the event "How to Carry On: Civil Society Peacebuilding Amidst Trauma" in Berlin
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    Luisa Siemens, ALLMEP European Outreach Director (links), und Irene Weinz, Senior Expertin der Robert Bosch Stiftung, begrüßten im Namen der beiden Organisationen und ordneten die Thematik ein. Luisa Siemens, ALLMEP European Outreach Director (left), and Irene Weinz, Senior Expert at the Robert Bosch Stiftung, welcomed the audience on behalf of the two organizations and introduced the topic.
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    Moderiert von ALLMEP Executive Director John Lyndon, diskutierten der Friedensaktivist Yonatan Zeigen, der Neurowissenschaftler Dr. Ahmad Abu-Akel und die Peacebuilderin Sanam Naraghi Anderlini (von links nach rechts) den Einfluss von Traumata auf Konflikte und Peacebuilding am Beispiel des Konflikts in Israel und Palästina. Moderated by ALLMEP Executive Director John Lyndon, peace activist Yonatan Zeigen, neuroscientist Dr. Ahmad Abu-Akel, neuroscientist, and Sanam Naraghi Anderlini, peacebuilder, (from left to right) discussed the influence of trauma on conflicts and peacebuilding, based on the conflict in Israel and Palestine.

Trauma in Peacebuilding

Aufzeichnung der Podiumsdiskussion (in englischer Sprache): How To Carry On: Civil Society Peacebuilding Amidst Trauma

27.06.2024, Berlin

Ihre Ansprechpartner:innen

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Irene Weinz

Senior Expert

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Brian Reeves

Allmep

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