Robert Bosch
Biografie
Der Unternehmer
Die Unternehmensgeschichte
Lesen Sie mehr über die Unternehmensgeschichte von den Anfängen bis zur Globalisierung.
1937 wandelte Robert Bosch die Aktiengesellschaft in eine GmbH um. Damit sollten Einflüsse von außen auf das Unternehmen verhindert und dessen Unabhängigkeit gewahrt werden.
Der liberale Demokrat
Gewinne aus dem Rüstungsgeschäft während des Ersten Weltkrieges stiftete er zum Großteil für gemeinnützige Zwecke. Am Ende des Krieges entschied er sich für eine aktive Mitarbeit am Aufbau der ersten deutschen Demokratie: Er unterstützte die "Deutsche Liga für den Völkerbund" und wurde Gründungsmitglied des "Bundes der Erneuerung des Reiches", der auf Basis der Weimarer Verfassung die Republik stabilisieren wollte.
Im Zentrum seines europäischen Politikengagements stand die deutsch-französische Aussöhnung, die er in vielfältiger Weise finanziell und mit persönlichem Einsatz vorantrieb. In der Aussöhnung mit Frankreich sah Bosch den Schlüssel für einen dauerhaften Frieden in Europa.
Der engagierte Bürger und Stifter
Wie mit der Wirtschaftstätigkeit seines Unternehmens verfolgte Robert Bosch auch mit seinen Stiftungen, Zuwendungen und den anderen öffentlichen Aktivitäten die Absicht, an der Verbesserung der Lebensverhältnisse seiner Zeit mitzuwirken und Gesellschaft und Staat mitzugestalten. Seine Unterstützung sollte es Schüler:innen und anderen ermöglichen, ihre Fähigkeiten einzusetzen und auf die Herausforderungen der Zeit zu antworten. Handeln anderer nicht zu ersetzen, sondern anzustoßen, war auch seine Absicht gegenüber dem Staat.
Er selbst wollte für sein philanthropisches Handeln weder Ehre noch öffentlichen Ruhm. Für Robert Bosch stand die sachliche Hilfe im Vordergrund, und das tat er aus seinem bürgerlichen Pflichtgefühl heraus, ein "wachsendes Vermögen für Volkswohlfahrt im weitesten Sinne fruchtbar zu machen".
Stiftung und Unternehmen: Ein zweifaches Erbe
Robert Bosch und die Politik
Erfahren Sie mehr zu Robert Boschs Arbeit und seinem Engagement zwischen 1920 und 1941.
Die wichtigsten Stiftungen und Zuwendungen
1910 – Technische Hochschule Stuttgart
Die Technische Hochschule Stuttgart erhält von Robert Bosch eine Million Mark.
1914 - Hilfen in Zeiten des Krieges
Der Stadt Stuttgart werden 100.000 Mark zur Linderung der ersten Kriegsnot übergeben. Robert Bosch initiiert die "Kriegshilfe von Handel und Industrie", die er mit 300.000 Mark ausstattet, und lässt ein Kriegslazarett in den Fabrikgebäuden errichten.
1915 - Homöopathisches Krankenhaus GmbH und Schaffung von Wohnraum
Gründung der "Homöopathisches Krankenhaus GmbH", die 400.000 Mark von Bosch erhält. Der "Schwäbische Siedlungsverein e.V." wird zur Schaffung sozialen, gesunden Wohnraums mit einer Million Mark ausgestattet.
1916 - 20 Millionen Mark für gemeinnützige Zwecke
Robert Bosch spendet rund 20 Millionen Mark für gemeinnützige Zwecke, darunter 13 Millionen für den Ausbau des Neckarkanals. Die Zinsen aus der Stiftung Neckarkanal fließen der Stadt Stuttgart zur Linderung von sozialer Not zu. Der Verein zur "Förderung der Begabten" erhält zwei Millionen Mark, der "Verein homöopathisches Krankenhaus" 2,4 Millionen Mark zum Bau eines Krankenhauses.
1917 - Haus der Freundschaft und Hochschule für Politik
Bosch ermöglicht durch eine Spende die Errichtung des "Hauses der Freundschaft" in Istanbul, Türkei (damals "Konstantinopel"). Die "Hochschule für Politik", ein Projekt von Friedrich Naumann, erhält einen finanziellen Zuschuss.
1918 - Spende, Finanzierungen und Stipendien
Robert Bosch stattet die "Deutsche Liga für den Völkerbund", die von Matthias Erzberger gegründet wurde, mit 300.000 Mark aus. Der Verein zur Förderung der Volksbildung, die spätere Volkshochschulbewegung, wird durch Bosch zu 50 Prozent finanziert. Die Maschinenbauschule Esslingen erhält zum Ausbau 250.000 Mark und die Kunstgewerbeschule 80.000 Mark zur Vergabe von Stipendien.
1920 - Wohlfahrtseinrichtungen für Bosch-Beschäftigte
Robert Bosch ruft nach 1920 zahlreiche Wohlfahrtseinrichtungen für Bosch-Beschäftigte und ihre Familien ins Leben.
1931 - Württembergische Nothilfe
Die "Zentralleitung für Wohltätigkeit" erhält 200.000 Reichsmark von Bosch zur Durchführung der "Württembergischen Nothilfe".
1932 - Förderung von Begabten
Nach dem Tod von Karl E. Markel stattet Bosch die "Markelstiftung" zur Förderung von Begabten finanziell aus.
1936 - Errichtung des homöopathischen Krankenhauses, Widerstands- und Forschungshilfe
Die "Robert Bosch Krankenhaus Stiftung" bekommt 5,5 Millionen Reichsmark zur Errichtung des homöopathischen Krankenhauses in Stuttgart. Ab diesem Jahr werden jüdische Wohlfahrtseinrichtungen durch die "Walz-Hilfe" unterstützt. Auch die "Deutsche Freiheits-, Widerstands- und Erneuerungsbewegung" erhält finanzielle Hilfe. Dazu kommt das "Sonderkonto Forschungs- und Studienhilfe".
1938 - Jüdischen Mittelstelle und Anstellung verfolgter Juden
In den Jahren 1938-1940 übergibt Hans Walz an Karl Adler von der "Jüdischen Mittelstelle" in Stuttgart große Geldbeträge, um die Auswanderung inhaftierter Menschen jüdischen Glaubens zu ermöglichen. Außerdem werden rassisch und politisch Verfolgte in den Betrieben untergebracht, um sie der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entziehen.
1940 - Robert-Bosch-Krankenhaus
Am 28. April eröffnet Robert Bosch persönlich das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart.
Testament und Auftrag
FAQs
Wem gehört Bosch?
Die Robert Bosch Stiftung GmbH hält rund 94 Prozent der Anteile am Bosch Unternehmen, der Robert Bosch GmbH. Die übrigen Anteile halten eine Gesellschaft der Familie Bosch und das Bosch Unternehmen selbst. Die Robert Bosch Stiftung ist als gemeinnützige Organisation nicht unternehmerisch tätig. Sie hat die Stimmrechte ihrer Geschäftsanteile auf die Robert Bosch Industrietreuhand KG übertragen.
Wem gehört die Robert Bosch Stiftung?
Die Robert Bosch Stiftung ist eine eigenständige Einrichtung. Sie hält die Mehrheit der Anteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus deren Dividende. Über die gemeinnützigen Aktivitäten und die Verwendung der Stiftungsmittel entscheidet das Kuratorium, dessen Mitglieder zugleich Gesellschafter der Stiftung sind. Dem Kuratorium gehören nach dem Willen von Robert Bosch Mitglieder der Familie Bosch, Unternehmer:innen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an.
Wem gehört das Robert Bosch Krankenhaus?
Trägerin des Robert Bosch Krankenhauses ist die gemeinnützige Robert Bosch Stiftung. Das Stuttgarter Stiftungskrankenhaus ist Teil des Bosch Health Campus der Robert Bosch Stiftung. Der Campus vereint alle Aktivitäten und Institutionen der Stiftung im Bereich Gesundheit: die Behandlung von Patient:innen, biomedizinische Forschung, medizinisch-pflegerische Aus- und Weiterbildung sowie die Förderung und das Ausprobieren vielversprechender neuer Ideen für eine bessere Gesundheitsversorgung.