Ukraine – die lokale Zivilgesellschaft fördern

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Fünf Personen sitzen an einem runden Tisch. In der Mitte liegt eine Landkarte der Ukraine. In einer Sprechblase steht in ukrainischer Sprache "Ukraine".

Wir stärken die ukrainische Zivilgesellschaft dabei, den Wiederaufbau und die Zukunft ihres Landes aktiv mitzugestalten.

In Kürze

  • Mit unserem Ukraine‑Engagement stärken wir die ukrainische Zivilgesellschaft. Denn sie spielt eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau des Landes und sollte an zukunftsrelevanten Weichenstellungen beteiligt sein. 
  • Wir arbeiten langfristig mit zivilgesellschaftlichen Organisationen vor Ort in der Ukraine zusammen. 
  • Wir setzen uns dafür ein, dass das internationale philanthropische Engagement für die Ukraine stärker wird. 

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Die Herausforderung und wo wir ansetzen

Der vollumfängliche russische Angriffskrieg auf die Ukraine richtet sich verstärkt gegen die zivile Infrastruktur. Für den bereits laufenden Wiederaufbau ist daher auch eine Erneuerung aller gesellschaftlichen Bereiche nötig („Build Back Better“). Dabei ist die organisierte Zivilgesellschaft ein zentraler Akteur, der in internationalen Verhandlungen um den Wiederaufbau der Ukraine oft zu wenig Gehör findet. 

Wir von der Robert Bosch Stiftung wollen dazu beitragen, dass die Ukrainer:innen die Zukunft ihres Landes selbstbestimmt mitgestalten können. Deshalb stärken wir die Resilienz zivilgesellschaftlicher Akteure in der Ukraine – während des Krieges und darüber hinaus. 

Wir sind in den folgenden vier Handlungsfeldern aktiv: 

  • Wahrung der kulturellen Identität (Cultural Dimension)  
  • Gesellschaftliche Teilhabe an Gestaltungsprozessen (Societal Dimension) 
  • Mentale Gesundheit angesichts der Belastungen des Krieges (Mental Dimension) 
  • Sozial-ökologische Transformation (Ecological Dimension) 

Zudem setzen wir uns dafür ein, dass die Investitionen der internationalen Philanthropie ausgebaut werden und Förderung die ukrainische Zivilgesellschaft gezielt erreicht. 

FAQ

Kurze Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Ukraine.

Wieviel wird der Wiederaufbau kosten?

Laut dem Rapid Damage and Needs Assessment von Weltbank, den Vereinten Nationen, der Europäischen Kommission und der ukrainischen Regierung belaufen sich die Kosten für den Wiederaufbau der Ukraine bis 2036 auf rund 588 Mrd. US-Dollar (Stand Februar 2026). Das entspricht etwa dem Dreifachen der Wirtschaftsleistung des Landes. 

In der Studie werden zwei weitere wichtige Zahlen genannt:  

  • die direkten Schäden des Krieges belaufen sich auf rund 195 Mrd. US-Dollar 
  • die Gesamtverluste (inklusive Wirtschaft) auf rund 667 Mrd. US-Dollar. 

Die tatsächlichen Kosten hängen stark vom weiteren Verlauf des Krieges, der wirtschaftlichen Entwicklung sowie politischen Entscheidungen ab.  

Ziel ist nicht nur die Beseitigung der Schäden, sondern ein moderner, resilienter und nachhaltiger Wiederaufbau („Build Back Better“). Die größten Investitionen sind nötig in den Bereichen Infrastruktur und Verkehr, Energieversorgung, Wohnraum wie auch Trümmerbeseitigung und Minenräumung.  

Wie soll der Wiederaufbau der Ukraine bezahlt werden?

Die Finanzierung des Wiederaufbaus kann über mehrere Quellen erfolgen: 

  • EU – vorrangig durch das Programm „Ukraine Facility“ (50 Mrd. Euro bis 2027)
  • USA und G7-Staaten  
  • Internationale Finanzinstitutionen wie Weltbank, Internationaler Währungsfonds und Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung 
  • Eingefrorene russische Vermögenswerte – deren Nutzung ist jedoch politisch und rechtlich umstritten 

Zudem sind der Privatsektor und das Engagement von Unternehmen entscheidend für den Wiederaufbau – insbesondere in den Bereichen Energie, Wohnungsbau und Industrie.  

Der Wiederaufbau ist eine gesamteuropäische Aufgabe, zu der auch Stiftungen beitragen. Wir als Robert Bosch Stiftung sehen uns in besonderer Verantwortung, denn seit mehr als 30 Jahren verbinden uns enge Partnerschaften mit Menschen und Organisationen in der Ukraine. Als europäische Stiftung haben wir in Reaktion auf den russischen Angriffskrieg 2022 und 2023 zusätzliche Mittel für Nothilfe in der Ukraine und den Nachbarländern bereitgestellt und unser Engagement 2024 in einem eigenen Förderbereich verstetigt. In unserer Förderung nehmen wir explizit die ukrainische Zivilgesellschaft in den Blick.  

Was versteht man unter „Build Back Better“?

„Build Back Better“ beschreibt den ganzheitlichen Ansatz für den Wiederaufbau der Ukraine nach den massiven Schäden des Kriegs. Ziel ist es, das Land nicht nur wiederherzustellen, sondern wirtschaftlich, infrastrukturell und gesellschaftlich nachhaltig zu stärken. Der Ansatz erfordert umfassende Investitionen über viele Jahre und bildet den Rahmen für internationales Engagement sowie die langfristige Unterstützung durch Partner:innen wie die Europäische Kommission und die EU. 

Der Ansatz umfasst: 

  • moderne und inklusive Infrastruktur  
  • eine starke und wettbewerbsfähigere Wirtschaft  
  • stabile demokratische Institutionen und Reformen durch die Regierung  
  • höhere Resilienz gegenüber zukünftigen Krisen  
  • den Wiederaufbau sozialer Bereich wie Bildung und Gesundheit  
  • die Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe und Resilienz 

Unser primäres Ziel als Robert Bosch Stiftung ist es, die organisierte ukrainische Zivilgesellschaft in ihren Strukturen, in ihrer Professionalisierung und in ihrer psychischen Verfasstheit zu stärken, damit sie die Zukunft ihres Landes selbstbestimmt mitgestalten kann. Wir setzen dabei systematisch auf Menschen und Projekte, die mutig und innovativ den Wiederaufbau, insbesondere in lokalen Kontexten, bedarfsorientiert vorantreiben.  

Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass die ukrainische Zivilgesellschaft als Akteur von den Stakeholdern des Wiederaufbau-Prozesses anerkannt und gehört wird – also von der Regierungsebene im eigenen Land sowie von Partnerländern, von supranationalen Organisationen genauso wie von international agierenden wirtschaftlichen Akteuren. 

Was bedeutet der „grüne Wiederaufbau“ der Ukraine?

Der „grüne Wiederaufbau“ ist ein zentraler Bestandteil von „Build Back Better“ und fokussiert sich auf die nachhaltige Transformation der Ukraine. Im Mittelpunkt stehen: 

  • erneuerbare Energien 
  • energieeffizienter Wohnungsbau 
  • klimafreundliche Infrastruktur 

Ziel ist es, die ukrainische Wirtschaft umweltfreundlicher zu gestalten, Energieabhängigkeiten zu reduzieren und sich an den Klimastandards der Europäische Kommission bzw. der EU zu orientieren. Auch hier sind erhebliche Investitionen notwendig, die neue Chancen für Unternehmen, den Privatsektor und nachhaltiges wirtschaftliches Engagement bieten. 

Auch wir von der Robert Bosch Stiftung unterstützen im Rahmen der „Ecological Dimension“ unserer Förderung die sozial-ökologische Transformation der Ukraine.  

Was plant die EU für den Wiederaufbau der Ukraine?

Die Europäische Union hat den Wiederaufbau der Ukraine als langfristige strategische Aufgabe definiert und unterstützt diesen mit umfangreichen Finanzierungs- und Kooperationsinstrumenten – insbesondere im Rahmen der „Ukraine Facility“ sowie in Zusammenarbeit mit internationalen Partner:innen. 

Da der Krieg inzwischen Jahre andauert und die anfangs sehr umfangreiche Unterstützung in Teilen zurückgeht, wird eine stärkere Abstimmung zwischen staatlichen, europäischen und philanthropischen Akteuren immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Zusammenarbeit unter Stiftungen zunehmend an Bedeutung. Wir als Robert Bosch Stiftung fühlen uns aufgrund unserer langjährigen Beziehungen in der Ukraine besonders verantwortlich, das philanthropische Engagement für das Land voranzubringen. 

Gemeinsam mit der Charles Stewart Mott Foundation haben wir Foundations for Ukraine initiiert – ein Kooperationsnetzwerk philanthropischer Organisationen zur Unterstützung der Ukraine. Ziel ist es, die strategische Zusammenarbeit unter Stiftungen zu stärken, etwa durch: 

  • bessere Abstimmung in der Interessenvertretung für die Ukraine 
  • mehr Räume für gemeinsames Lernen und das Verständnis der sich wandelnden Lage 
  • engere Koordination philanthropischer Aktivitäten zur besseren Unterstützung lokaler Partner 

Foundations for Ukraine ist keine Fundraising-Plattform, sondern ein Zusammenschluss zur Entwicklung gemeinsamer Strategien und wirksamer Kooperationen. Ein zentraler Erfolgsfaktor für den Wiederaufbau ist dabei die enge Zusammenarbeit von Förderern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. 

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Ihre Ansprechpartnerin

Julia Teek

Julia Teek

Senior Projektmanagerin