Allzeitorte. Gemeinsam mehr bewegen
Über das Projekt
Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich von der Politik weder gehört noch angesprochen und stehen der Demokratie gleichgültig gegenüber. Wenn das Vertrauen schwindet und Diskurse spalten, braucht es neue Wege, um den Mehrwert von Gemeinschaft wieder erlebbar zu machen.
Das Programm „Allzeitorte. Gemeinsam mehr bewegen“ möchte diesen Tendenzen etwas Positives entgegensetzen und Menschen die Möglichkeit geben, den Mehrwert von Demokratie und Gemeinschaft wieder selbst zu erfahren. Dabei sollen Projekte und Aktionen dort stattfinden, wo Menschen sich häufig und gerne aufhalten: an Alltags- oder Freizeitorten.
Das Förderprogramm unterstützt Kooperationen aus Ortebetreiber:innen, Soziokultur und politischer Bildung dabei, verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Meinungen an dem Ort konstruktiv ins Gespräch zu bringen und gemeinsame Ideen für Veränderung umsetzen. Experimentierfreude ist ebenso gefragt wie genaues Hinhören, was es im Umfeld braucht. So wird der Ort gemeinsam mit anderen Menschen aus dem Umfeld zu einem kommunikativen Treffpunkt, den man zusammen gestaltet und wo man etwas bewegen kann – zu einem gemeinsamen Allzeitort.
Ob Schwimmbad, Teestube oder Vereinsheim, ob Elterncafé, Baumarkt oder Parkanlage, ob Nachbarschaftstreff oder Räume in Kirchen, Synagogen oder Moscheen, ob Suppenküche, Fitnessstudio oder KFZ-Werkstatt: Orte, die Menschen ohnehin aufsuchen, bieten großes Potenzial, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, Dialog zu ermöglichen und gemeinsames Handeln anzustoßen. Dabei geht es nicht um fertige Lösungen, sondern um ein gemeinsames Suchen und Gestalten.
Die besten Ideen entstehen oft direkt aus den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen, die den Ort nutzen und beleben. Mit einladenden, kreativen und partizipativen Ansätzen sollen unterschiedliche Menschen ab 16 Jahren zusammengebracht werden. Ziel ist es, über den Förderzeitraum hinaus eine dauerhafte Kultur des Dialogs zu etablieren und so das demokratische Miteinander vor Ort nachhaltig zu stärken.
"Allzeitorte. Gemeinsam mehr bewegen" ist ein gemeinsames Programm der Robert Bosch Stiftung und des Bundesverbands Soziokultur
Was und wen wollen wir erreichen?
Wir suchen Kooperationen, die Demokratie im Alltag erfahrbar machen, Vertrauen und Zuversicht stärken sowie nachhaltige Strukturen für Mitsprache und Beteiligung aufbauen. Gemeinsam verwandeln sie einen alltäglichen Ort in einen langfristigen Treffpunkt für Austausch, Mitgestaltung und demokratische Praxis.
Das Programm richtet sich vorrangig an soziokulturelle Zentren und Initiativen, politische Bildner:innen und Alltags- oder Freizeitorte. Diese können sich gemeinsam als Trio auf unsere Ausschreibung bewerben.
Wir freuen uns über Bewerbungen von Organisationen mit gelebter Erfahrung!
Wie funktioniert das Projekt?
„Allzeitorte“ gliedert sich in zwei Phasen:
Konzeptphase: Zunächst erhalten 15 ausgewählte Trios, die jeweils aus Partnern der Soziokultur, der politischen Bildung und einem Alltags-/Freizeitort bestehen, eine finanzielle Pauschale. Mit dieser erarbeiten sie ein tragfähiges Konzept.
Umsetzungsphase: Aus diesen 15 Projekten werden anschließend sieben Trios ausgewählt. Diese bekommen die Möglichkeit, ihre Konzepte in drei Jahren in die Tat umzusetzen und neue, einladende Formate der Demokratiearbeit zu erproben.
Während des gesamten Programms werden alle Teilnehmer durch Vernetzung, Erfahrungsaustausch, Fortbildungen sowie eine fachliche und wissenschaftliche Begleitung durch die John-Dewey Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie (kurz: JoDDiD) unterstützt.
Was passiert als nächstes?
Die Bewerbungsphase lief bis 15. Mai 2026. Mittlerweile hat unsere Jury 15 Vorhaben ausgewählt, die ab Juli in die viermonatige Konzeptionsphase starten.
Ihre Ansprechpartner:innen
Nina Lüders
Senior Projektmanagerin
Julia Hans
Projektkoordination Allzeitorte
Bundesverband Soziokultur e.V.
Barbara Bichler
Projektleitung
Bundesverband Soziokultur e.V.
Alexander Heinrich
Projektmanager