Einblicke in die Gesundheitsversorgung von morgen

Auf der Schwäbischen Alb ist mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung ein Gesundheitszentrum entstanden, das deutschlandweit Vorbild für ein ambulantes Versorgungsmodell der Zukunft ist. Wie diese Gesundheitsversorgung von morgen aussehen kann, schaute sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor Ort genauer an.

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Auf Einladung der Robert Bosch Stiftung und des Landkreises Reutlingen hat der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann das PORT-Gesundheitszentrum Schwäbische Alb in Hohenstein besucht. Das Gesundheitszentrum, das im September 2019 eröffnet wurde, ist eines von deutschlandweit vier Pilotprojekten. Mit ihnen zeigt die Robert Bosch Stiftung, wie ein ambulantes Versorgungsmodell der Zukunft aussehen kann. Der Titel PORT steht dabei für „Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“. Zu den Gesundheitszentren gehören jeweils verschiedene Praxen und Beratungsstellen für die Region.
„In Zukunft werden wir voraussichtlich in vielen Regionen Deutschlands immer weniger Krankenhäuser und niedergelassenes ärztliches Fachpersonal haben“, sagt Prof. Dr. Joachim Rogall, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung. „Damit daraus kein Engpass in der Versorgung entsteht, brauchen wir parallel einen flächendeckenden Aufbau von PORT-Zentren, die die umfassende Grundversorgung in den Regionen sichern und dabei die Versorgungsqualität für den einzelnen Patienten steigern. So sieht die Gesundheitsversorgung von morgen aus.“

„Zukunftsweisend“ für das gesamte Bundesland

Baden-Württemberg macht sich bereits auf den Weg. Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration, ist vom „Leuchtturmprojekt Hohenstein“ überzeugt und nennt es „zukunftsweisend“ für das gesamte Bundesland. Ein Förderaufruf des Sozialministeriums stellt bis zu 300.000 Euro für jedes neue Primärversorgungszentrum in Aussicht.

Bilder des Besuchs im PORT-Zentrum

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    Ministerpräsident Winfried Kretschmann besuchte das PORT-Gesundheitszentrum Schwäbische Alb in Hohenstein gemeinsam mit Sozialminister Manfred Lucha. Christof Bosch (rechts), Vorsitzender des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung, und Landrat Thomas Reumann (links) begleiteten Kretschmann.
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    Im PORT-Gesundheitszentrum profitieren Bürger:innen und Patient:innen von der örtlichen Bündelung sämtlicher Versorgungsangebote und einem individuellen Fallmanagement. In den Zentren arbeiten ärztliches Fachpersonal, Therapeut:innen, Sozialarbeiter:innen und pflegerische Fachkräfte eng zusammen. Termine werden koordiniert und auf die Patient:innen abgestimmt, Gesundheitsdaten gemeinsam genutzt. Das hilft nicht nur den zu behandelnden Personen, sondern bietet auch Chancen zur Effizienzsteigerung. 
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    Gernot Bohnenberger (rechts) vom Kreisgesundheitsamt erklärte anhand von Beispielen, wie die verschiedenen Angebote und Fachkompetenzen des Zentrums zusammenwirken. Dabei werden auch vernachlässigte Themen wie Beratung, Prävention und Gesundheitsförderung systematisch einbezogen.
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    Kretschmann sagte während der Gesprächsrunde im Atrium des Gesundheitszentrums, dass die aktuelle Corona-Krise deutlich zeige, wie wichtig eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit sei. Das gelte auch für den regulären medizinischen Betrieb.
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    „Die steigende Anzahl chronisch kranker Menschen erfordert neue Lösungen in der Gesundheitsversorgung“, sagte Rogall in der Gesprächsrunde mit Kretschmann. „Mit dem PORT-Modell, das wir seit 2015 aufbauen, wollen wir zudem die Qualität weiterentwickeln, auch bei anhaltendem Fachkräftemangel. Es basiert auf erfolgreichen internationalen Vorbildern, beispielsweise in Kanada oder Schweden. Die Einrichtung von 1.000 PORT-Zentren würde auch in Deutschland eine deutlich bessere Primärversorgung ermöglichen. Das ist ein ambitioniertes, aber mittelfristig denkbares Ziel.“ 
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    Ein aktuelles Gutachten im Auftrag der Robert Bosch Stiftung belegt, dass bereits die Umwandlung von nur 10 Prozent der 50.000 Hauspraxen in lokale Gesundheitszentren wie in Hohenstein für einen flächendeckenden Zugang ausreicht. Zudem brauche es mehr als 2.000 akademisch qualifizierte Pflegekräfte.

Einblicke in die Arbeit des PORT-Zentrums

Im Herbst 2019 öffnete in der Gemeinde Hohenstein das PORT-Gesundheitszentrum. Wir laden Sie zu einem Besuch vor Ort ein, der zeigt, wie das PORT-Zentrum funktioniert.

Lesen Sie die Reportage „Gut versorgt vor Ort“

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