Berlin/Stuttgart, 28. Juli 2026. Das russische Justizministerium hat am 24. Juli 2026 angeordnet, die Robert Bosch Stiftung GmbH auf die Liste der sogenannten „unerwünschten Organisationen“ zu setzen. Wir nehmen diese Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis.
Aus unserer Sicht erschwert dieser Schritt den Austausch sowie die Zusammenarbeit von Menschen und Institutionen über Ländergrenzen hinweg. Die Robert Bosch Stiftung steht seit ihrer Gründung für Dialog, Verständigung und internationale Zusammenarbeit – gerade auch in schwierigen politischen Zeiten. An diesem Selbstverständnis halten wir unverändert fest.
Seit 2015 hat Russland rund 380 internationale und deutsche Organisationen auf diese Liste gesetzt, darunter die Deutsche Welle, Human Rights Watch oder die Körber Stiftung.
Die Robert Bosch Stiftung unterhält keine Büros oder Niederlassungen in Russland. Zugleich sind wir uns der möglichen Folgen dieser Entscheidung für Menschen und Organisationen bewusst, die mit uns in Verbindung stehen oder in anderer Weise mit uns zusammenarbeiten. Deshalb prüfen wir derzeit sorgfältig die Auswirkungen der Entscheidung auf bestehende Partnerschaften und Aktivitäten. Der Schutz der betroffenen Personen hat dabei höchste Priorität.
Seit mehr als sechs Jahrzehnten engagiert sich die Robert Bosch Stiftung für ein friedliches Zusammenleben, gegenseitiges Verständnis und starke Zivilgesellschaften. Bereits seit den 1970er Jahren pflegen wir vielfältige Beziehungen und Partnerschaften in Osteuropa, zunächst in Polen, seit 1993 auch in der Ukraine und seit 1999 in Russland. Wir haben in dieser Zeit zahlreiche Initiativen für Austausch und Verständigung initiiert und unterstützt.
Über die Robert Bosch Stiftung GmbH
Die Robert Bosch Stiftung ist eine der großen Stiftungen in Europa. Gemeinnützig, unabhängig und überparteilich setzt sie sich dafür ein, dass Menschen in Würde, Frieden und Freiheit leben. Im Sinne von Robert Bosch arbeitet die Stiftung in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Globale Fragen. Ziel ist es, tragfähige Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden – von chancengerechter Bildung und menschenzentrierter Gesundheitsversorgung bis zum Umgang mit dem Klimawandel, der menschenwürdigen Gestaltung von Migration, einem starken Miteinander in unserer Demokratie sowie wirksamer lokaler Friedensarbeit.
Die Stiftung unterhält eigene Einrichtungen und fördert Projekte im In- und Ausland. Weltweit arbeitet sie dabei mit rund 400 Partnerorganisationen zusammen. Ihre Erkenntnisse bringt sie aktiv in die öffentliche Debatte ein. Die Stiftung hält rund 94 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus deren Dividende. Unternehmen und Stiftung handeln unabhängig voneinander. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat die Robert Bosch Stiftung GmbH mehr als 2,7 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit bereitgestellt.