Intersektionales Monitoring
Über das Projekt
Viele bisherige Monitorings zur Repräsentation marginalisierter Gruppen im zivilgesellschaftlichen Bereich arbeiten mit einem binären Geschlechterverständnis – sie unterscheiden lediglich zwischen „Frau“ und „Mann“. Doch Diskriminierung und Unterrepräsentation betreffen Menschen oft nicht nur aufgrund ihres Geschlechts, sondern auch wegen weiterer Merkmale wie Hautfarbe, Alter, Herkunft, Bildung oder Behinderung. Diese Mehrfachdiskriminierungen werden in aktuellen Monitorings kaum berücksichtigt. FAIR SHARE of Women Leaders setzt sich deshalb für ein intersektionales Monitoring ein, das verschiedene Formen von Ungleichheit und Machtverhältnissen gemeinsam betrachtet. In Zusammenarbeit mit Expert:innen und Partnerorganisationen wurde ein erstes Empfehlungspapier entwickelt. Es zeigt Wege auf, wie Monitoringansätze gerechter und transformativer gestaltet werden können.Auf dieser Grundlage sollen nun konkrete, praxisnahe Instrumente entstehen, die die Perspektiven und Erfahrungen marginalisierter Gruppen einbeziehen. Diese Tools werden in der Praxis getestet und weiterentwickelt. Zusätzlich schafft FAIR SHARE Räume für Austausch und Vernetzung in der Zivilgesellschaft und stellt öffentlich zugängliche Lernangebote bereit.
Warum fördern wir das Projekt?
Der FAIR SHARE Monitor wurde entwickelt, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen in zivilgesellschaftlichen Organisationen wie NGOs und Stiftungen sichtbar zu machen. Inzwischen erfasst der internationale Monitor auch BIWoC – also Black, Indigenous und Women* of Colour. Sowohl der deutsche als auch der internationale Monitor wurden zudem um die Kategorie „nicht-binär“ erweitert, um mehr Geschlechteridentitäten abzubilden. Doch der Monitor stößt an Grenzen: Er kann bisher weder die Vielschichtigkeit von Diskriminierungs- und Marginalisierungserfahrungen aus intersektionaler Perspektive erfassen, noch die strukturellen Bedingungen, die diese Ungleichheiten verursachen und verstärken. Deshalb entwickelt FAIR SHARE erstmals konkrete und praxisnahe Instrumente für ein intersektionales Monitoring. Ziel ist es, Organisationen dabei zu unterstützen, diskriminierende Strukturen zu erkennen und abzubauen – für mehr Gerechtigkeit und Vielfalt im zivilgesellschaftlichen Sektor.
Was ist das Ziel?
Das Projekt stellt die Grenzen klassischer Monitoringprozesse infrage. Es geht nicht nur darum, Zahlen zu erheben, sondern darum, Machtverhältnisse, Ungleichheiten und fehlende Repräsentation sichtbar zu machen – ohne dabei die Verantwortung allein bei den betroffenen, marginalisierten Personen zu lassen. Ziel ist es, strukturelle Veränderungen anzustoßen. Dafür werden Daten als Grundlage für Austausch, Reflexion und Veränderung genutzt – hin zu einer diskriminierungssensiblen Organisationskultur. Lernprozesse sollen gefördert werden, die das Bewusstsein für Macht, Diskriminierung und Intersektionalität stärken – insbesondere bei Führungskräften und Entscheidungsträger:innen. Ein weiteres Ziel ist es, strukturelle Hürden für faire Repräsentation zu erkennen und konkreten Handlungsbedarf aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Welche Voraussetzungen müssen Organisationen schaffen, damit Veränderung nicht nur messbar, sondern auch wirksam wird?
Wie ist der Ablauf?
Das Projekt zielt darauf ab, das Verständnis für intersektionales Monitoring im zivilgesellschaftlichen Sektor zu vertiefen, unter anderem durch die Entwicklung eines Prototyps basierend auf Forschung und Expert:innenwissen. Es fördert zudem den Austausch und die Vernetzung von Personen und Organisationen, die sich mit intersektionalem Monitoring beschäftigen oder beschäftigen möchten – sowohl online als auch offline. Darüber hinaus werden öffentlich zugängliche Lernangebote geschaffen, die über die Projektlaufzeit hinaus bestehen und das gesammelte Wissen aus Erkundungs- und Pilotphase verfügbar machen.
Mehr erfahren
Hier finden Sie mehr Informationen über Fair Share of Woman Leaders
Ihre Ansprechpartner:innen
Anna-Dorothea Grass
Senior Projektmanagerin
Helene Wolf
FAIR SHARE