Hima für Frieden (2022 – 2024)

„Hima“ ist ein traditionelles Konzept, das im Libanon bisher eingesetzt wurde, um die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen zu erleichtern. Es basiert auf der Stärkung des lokalen, traditionellen Wissens, der Kultur und der gemeinsamen Lebensgrundlagen. Das Projekt zielt darauf ab, das Hima-Konzept um Ansätze zur Konfliktlösung zu erweitern.

Über das Projekt

Hima ist ein traditionelles System der Ressourcennutzung, das vor etwa 1500 Jahren auf der arabischen Halbinsel entstanden ist. Seit 2004 arbeitet die Society for the Protection of Nature in Lebanon (SPNL) an der Revitalisierung und Wiederbelebung des Ansatzes, um die Erhaltung wichtiger Vogel- und Biodiversitätsgebiete durch die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu fördern. Hima wurde bisher als community- und ökosystembasierter Ansatz zum Schutz der biologischen Vielfalt eingesetzt. Das Projekt "Hima for Peace" strebt an, diesen traditionellen Ansatz von einem Werkzeug zum Schutz der biologischen Vielfalt zu einem Instrument der Konfliktlösung zu machen.
Warum machen wir das Projekt?

Der Nahe Osten ist sehr anfällig für die Folgen des Klimawandels. Spannungen über die Verteilung der natürlichen Ressourcen und eine nicht nachhaltige Umweltpolitik erhöhen in vielen Gesellschaften die Wahrscheinlichkeit von Konflikten. Darüber hinaus könnte die derzeitige sozioökonomische und politische Krise im Libanon konfessionelle Spannungen und Konflikte neu entfachen - auch im Zusammenhang mit der Nutzung natürlicher Ressourcen. Trotz ihrer guten Absicht für die Natur üben international vereinbarte Ziele für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zusätzlichen Druck auf nationale Regierungen aus, vor allem bei der Erweiterung von Schutzgebieten.


Ländliche Communities nutzen diese Ökosysteme häufig, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und sind deshalb auf diese natürlichen Ressourcen angewiesen, so dass es zu Konflikten zwischen lokalen Gruppen und staatlichen Behörden kommen kann. Konflikte können zudem zwischen den unterschiedlichen Communities über die Nutzung von Ressourcen in Schutzgebieten führen.

Was wollen wir erreichen?

 

Der Hima-Ansatz ist ein Instrument, das auf der kommunalen Ebene angesiedelt ist. Das Projekt "Hima for Peace" zielt darauf ab, Spannungen zwischen lokalen Gruppen, die sich natürliche Ressourcen teilen, zu verringern.


Die lokalen Communities entwickeln durch die Anwendung des Hima-Ansatzes größeres Wissen über die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Communities und die Vorteile der Zusammenarbeit mit den umliegenden Kommunen. Das erworbene Wissen führt schließlich zu verbesserten Beziehungen und Kooperationen zwischen den lokalen Communities – letztlich werden Spannungen abgebaut.

Wie funktioniert das Projekt?

Der Hima-Ansatz, der bisher von SPNL verwendet wurde, ist darauf ausgerichtet, dass die lokalen Gemeinden von den natürlichen Ressourcen der Himas profitieren, ohne die biologische Vielfalt zu beeinträchtigen. Um seine Anwendung auszuweiten, muss die Hima-Methode angepasst werden, um Elemente der Konfliktlösung in den Umgang mit natürlichen Ressourcen zu integrieren. Der Schwerpunkt der Methodik wird sich auf die gerechte, maximale und dennoch nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch die verschiedenen Gruppen verlagern.


Die neue Methodik wird in einem Modellgebiet umgesetzt, in dem Konflikte um natürliche Ressourcen bestehen. Lokale Akteure werden geschult, wobei auch Aspekte von Konfliktlösungsprozessen zur Bewältigung kommunaler Herausforderungen behandelt werden. Auf der Grundlage dieser Erfahrungen wird eine Fallstudie durchgeführt und die Erkenntnisse in der Region verbreitet.

Wer steht dahinter?

Die Society for Protecting Nature in Lebanon (SPNL) wurde 1986 gegründet, um sich für die Einrichtung von Schutzgebieten einzusetzen. Seit 2004 arbeitet die SPNL mit dem Hima-Ansatz und hat insgesamt 30 Himas im Libanon entwickelt. SPNL hat in großem Umfang dazu beigetragen, das Bewusstsein für Umweltfragen zu schärfen und Naturgebiete im Libanon konkret zu schützen.

Die World Conservation Union (IUCN) hat ein globales Förderprogramm für traditionelles Wissen und gemeinschaftliches Engagement eingerichtet, das darauf abzielt, Bemühungen zum Schutz, zur Förderung und zur Nutzung von traditionellem Wissen und gemeinschaftlichem Engagement auf verschiedenen Ebenen anzustoßen und zu unterstützen, um den Naturschutz und eine nachhaltige Entwicklung zu stärken.

Einblicke

Im Rahmen des Projekts "Hima für den Frieden" fand am 27. September 2023 der Workshop "Droub el Hima für den Frieden" im HIMA-Zentrum in Kayfoun im Libanon statt – ein durchschlagender Erfolg der SPNL bei der Förderung von Einigkeit und Naturschutz. Die Veranstaltung hat gezeigt, wie stark die von den Gemeinden betriebenen Naturschutzbemühungen den Frieden fördern, Gräben überbrücken und die Zusammenarbeit auf lokaler Ebene feiern können. 

Acht Gemeinden kamen zusammen und unterzeichneten die HIMA-Charta (Memorandum of Understanding), die ihr gemeinsames Engagement für den Naturschutz und das Gemeinwohl symbolisiert. Dieses Treffen war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur weltweiten Nachahmung dieses inspirierenden Modells. Von der Wiederbelebung historischer Wanderwege bis hin zur Stärkung der Gemeinden – die Veranstaltung war ein Fest der Einheit, des Naturschutzes und des dauerhaften Friedens.

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    Hima1-SPNL
    Unterzeichnung der HIMA-Charta durch acht Gemeinden am 27. September 2023, die damit ihr gemeinsames Engagement für den Naturschutz und das Gemeinwohl symbolisieren.
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    Hima2-SPNL
    Eine Karte des "Droub el Hima for Peace"-Wegs, der durch Kayfoun, Chemlan und bis nach Baysour führt und den Weg zu Harmonie und Umweltbewusstsein verkörpert.
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    Hima3-SPNL
    Aufnahme vom Workshop am 27. September 2023, an dem Vertreter der Gemeinden und Aktivisten teilnahmen.

Ihre Ansprechpartner:innen

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BassimaKhatib

Bassima Khatib

Society for the Protection of Nature in Lebanon