Peace Direct: Globale Kampagne

Das internationale System der Friedensförderung erkennt die Handlungsfähigkeit und Beiträge lokaler Akteur:innen nicht in vollem Umfang an. Dies verhindert, dass mehr Ressourcen und Investitionen direkt in ihr Engagement und damit nachhaltigen Frieden fließen.
Peace Direct arbeitet mit lokalen Friedensförderer:innen zusammen, um Strategien zu identifizieren und mitzugestalten, die die von ihnen gewünschten Veränderungen im System der Friedensförderung vorantreiben.
 

Über das Projekt

Die Welt erlebt derzeit einen Anstieg gewaltsamer Konflikte, der durch Krisen wie den Klimawandel und die COVID-19-Pandemie noch verschärft wird. Trotz der Bemühungen internationaler Akteur:innen gelingt es dem derzeitigen Peacebuilding-System nicht, dauerhaften Frieden zu schaffen. Die Forschung zeigt, dass der Schlüssel zu einem dauerhaften Frieden in der lokalen Führung liegt. Der positive Effekt lokal geführter Ansätze wird jedoch nicht allgemein anerkannt, da westliche internationale Nichtregierungsorganisationen (INGOs) nach wie vor die wichtigsten Organisationen sind, über die Gelder verteilt werden und von denen aus Lobbyarbeit sowie öffentliche Kommunikation betrieben wird. Als Antwort darauf starten Peace Direct und ihre Partner:innen eine Kampagne, welche die Stimmen, Erfahrungen und Ambitionen lokaler Friedensförderer:innen in den Vordergrund stellt und sie dabei unterstützt, Veränderungen im Peacebuilding-System voranzutreiben. Gestaltet und umgesetzt wird die Globale Kampagne gemeinsam mit lokalen Akteur:innen in drei Phasen.
Mit einem großen Netzwerk von gleichgesinnten Organisationen und 24 lokalen Partner:innen in 12 Ländern ist Peace Direct gut positioniert, um lokalen Friedensstifter:innen zu ermöglichen, sich in der globalen Öffentlichkeit und Politik Gehör zu verschaffen und ihre Ziele zu erreichen. Darüber hinaus verfügt Peace Direct über langjährige Erfahrung in der Unterstützung lokaler Ansätze und unterhält gute Verbindungen zu einem globalen Pool von Mitstreiter:innen. Diese Kombination aus Erfahrung und Reichweite ist ein zentraler Faktor für die Entscheidung der Robert Bosch Stiftung, das Projekt zu fördern.
Warum machen wir das Projekt?

Als private Stiftung ist unsere Arbeit von dem Gedanken des Capacity Building geprägt – ein Bekenntnis zu nachhaltigen Finanzierungspraktiken. Die Strukturen des gegenwärtigen humanitären Systems erschweren den Dialog jedoch, da die Perspektiven lokaler Peacebuilder:innen oft nicht berücksichtig werden. Dieser Mangel an Austausch führt unserer Meinung nach dazu, dass viele Organisationen, die vor Ort tätig sind, unzureichende Strategien verfolgen. Die Globale Kampagne von Peace Direct hilft diesen Friedensstifter:innen, Probleme zu erkennen und die Unterstützung der wichtigsten Interessengruppen für einen Systemwandel zu gewinnen.

Was wollen wir erreichen?

Die Robert Bosch Stiftung sieht in einem inklusiven und effektiven Ökosystem der Friedensförderung den Schlüssel zu nachhaltigem Frieden. Mit unserer Unterstützung für diese Kampagne wollen wir daher lokale Peacebuilder:innen stärken und einen transformativen Wandel in der Landschaft der Friedensförderung vorantreiben. Indem wir ihre Stimmen und Erfahrungen Gehör verschaffen, wollen wir das Bewusstsein und die Legitimität für eigene Lösungen erhöhen. In diesem Sinne stellt die Globale Kampagne Machtungleichgewichte in Frage, räumt der lokalen Führung Vorrang ein und fördert systemische Veränderungen. Gemeinsam mit unserem Partner Peace Direct und lokalen Akteur:innen setzen wir uns auf verschiedenen Ebenen für ein gerechteres System ein.

Wie funktioniert das Projekt?

Die Kampagne wird in einem demokratischen Prozess in drei Phasen von lokalen Peacebuilder:innen mitgestaltet. In der ersten Phase wird ein:e Kampagnenkoordinator:in eingestellt – während die zweite Phase Konsultationen und eine Bewertung der Optionen umfasst, um die Probleme zu ermitteln, die im globalen System der Friedenskonsolidierung und Entwicklung angegangen werden müssen. Die dritte Phase wird genutzt für die Durchführung einer dreijährigen Kampagne, die auf den Ergebnissen der vorangegangenen Phasen aufbaut.

Peace Direct plant, mit der Umsetzung der Kampagne innerhalb von sechs bis neun Monaten nach Beginn von Phase 1 zu beginnen.

Ihre Ansprechpartner:innen

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Amal Atrakouti

Peace Direct