Reichtum für alle - nur wie?

Können höhere Steuern oder ein Startkapital für alle 20-Jährigen dazu beitragen, das Vermögen im Land gerechter zu verteilen? Ein interaktiver Simulator gibt erstmals konkrete Antworten. Die Ergebnisse überraschen und bringen neuen Schwung in eine festgefahrene Debatte.

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Die Vermögen in Deutschland sind ungleich verteilt: Während die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung über rund 60 Prozent des Vermögens verfügen, besitzt die ärmere Hälfte zusammen nur etwa ein Prozent. Und die Konzentration der Vermögen würde in den kommenden Jahren weiter zunehmen, wenn nicht politisch gegen gesteuert wird. Doch welche Instrumente eine echte Umverteilung bringen, ist umstritten und wurde bisher nicht ausreichend berechnet. 

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Prozent der Menschen in Deutschland glauben an Verteilungsgerechtigkeit

Mit dem neuen interaktiven Simulator unseres Partners Forum New Economy lässt sich nun erstmals berechnen, wie sich verschiedene Maßnahmen auf die Verteilung der Vermögen in Deutschland auswirken könnten. Untersucht wird dabei, ob und in welchem Umfang ein Startkapital oder eine Vermögens- oder Erbschaftsteuer Ungleichheit abbauen können.
 

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Ellen Ehmke_Profilbild

„Welche Maßnahmen geeignet sind, Vermögensungleichheit zu reduzieren, ist auch für politische Entscheidungsträger:innen nicht einfach zu beantworten. Der Vermögens-Simulator liefert nun erste Antworten und damit neuen Stoff für die festgefahrene Debatte.“ 

Ellen Ehmke, Senior Expertin Ungleichheit bei der Robert Bosch Stiftung

Ein Grunderbe kann den Trend stoppen

Der Simulation zufolge würde es die Verteilung der Vermögen am stärksten beeinflussen, wenn jeder und jedem 20-Jährigen ein Startkapital als Grunderbe ausgezahlt würde. Das Geld dürfte dabei nur für bestimmte Zwecke wie Altersvorsorge oder eine Ausbildung genutzt werden. Ab einer Auszahlung von je 20.000 Euro läge der Anteil der unteren Hälfte der Bevölkerung am Gesamtvermögen nach zehn Jahren bereits spürbar höher, als es ohne die Auszahlung der Fall wäre. 

Vermögenssteuer ist eine schwache Stellschraube

Eine Vermögensteuer würde dem Simulator zufolge zwar zusätzliche Staatseinnahmen generieren. Ein Steuersatz von ein oder zwei Prozent würde die zunehmende Ungleichheit über zehn Jahre aber nicht spürbar bremsen. Am Anteil der ärmeren Hälfte der Bevölkerung ändert sich dadurch nichts.

Bei einer Erhöhung der Erbschaftsteuer nach derzeitigem Recht ergäben sich über die gesamte Spanne möglicher Steuersätze keine spürbaren Effekte auf die faktische Verteilung der Vermögen. Dies begründen die Wissenschaftler unter anderem damit, dass nur 30 Prozent der Deutschen im Laufe ihres Lebens überhaupt eine Erbschaft oder Schenkung bekommen.

„Es hilft wenig, ein paar Leuten später im Leben etwas vom Erbe wegzunehmen, um Vermögensungleichheit abzubauen“, sagte Charlotte Bartels bei der Vorstellung des Rechners am 10. November in Berlin. „Gerade weil die Vermögen in Deutschland so stark konzentriert sind, lässt sich Ungleichheit nur dann spürbar reduzieren, wenn man denen, die nichts haben, beim Aufbau von Vermögen massiv hilft“, so die Wissenschaftlerin.

Der Vermögens-Simulator

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