10:55 – 11:55 Uhr: Keine Pause: Matheförderung im Jahrgang 5 steht an. Oder vielmehr: Die Einzelförderung eines Jungen. Wir kennen uns noch nicht. Jetzt geht es um den Aufbau einer Beziehung zueinander, um Ermutigung, das Aufgreifen seiner Interessen. Vorsichtig tasten wir uns voran. Mit Erfolg: Voller Stolz und mit strahlenden Augen berichtet er später bei Mitschülern und Lernbegleiterinnen: „Ich habe mit großen Zahlen gerechnet!“. Solche Momente zählen.
12:00 – 12:30 Uhr: Mittagspause. Doch dabei immer der Austausch mit Kollegen: „Wie geht es, wie läuft es?“ Probleme und Unterstützungsbedarf werden geäußert. Oft geht es um Schwierigkeiten mit Kindern, die sich anders verhalten als erwartet. Ich höre zu, stelle Fragen, vereinbare Gesprächstermine.
Ein auffälliger Schüler: Ist sein Verhalten ein Hilferuf?
12:30 Uhr: Ich setze mich während der Schulpause zu dem Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten und beobachte seinen Umgang mit seinen Mitschülern. Versucht er, Zeit mit ihnen zu verbringen? Warum reagiert er wann aggressiv? Auch das ist ein wichtiger Punkt, um ihn zu unterstützen. Im Anschluss ein Gespräch mit der derzeitigen Integrationshelferin. Die Sonne scheint, wir entscheiden uns, gemeinsam das Gespräch im Freien zu führen. Die frische Luft tut gut. Und hilft uns bei der Analyse der Situation. Welches Verhalten tritt auf? In welchen Situationen? Was geschah direkt davor? Denn wir gehen davon aus: Jedes Verhalten dient einem persönlichen Zweck. Welche Bedeutung könnte das Verhalten für den Jungen somit haben? Welches Verhalten muss er als Nächstes erlernen? Aber auch: Was kann er gut? Welche Interessen hat er? Wie können wir den Kontakt wieder aufbauen? Eine gute Beziehung etablieren? Wir setzen funktionales Assessment ein, analysieren also, welche Funktion sein Verhalten hat - ist es vielleicht ein Hilferuf oder ist er aus anderen Gründen aggressiv? -, um im Anschluss gemeinsam mit dem Unterstützerteam einen Handlungsplan zu erstellen.
14:30 Uhr: Keine Zeit zu verschnaufen. Es geht zur Teamsitzung des Jahrgangs 5. Es geht darum, dass die Teams ihren eigenen Rhythmus finden, Stimmung wahrnehmen. Und immer wieder das Aufwerfen von Fragen: Funktionieren Absprachen im Team? Gibt es Konflikte? Gibt es Bereiche, in denen Unterstützung gewünscht wird? Die Erkenntnis: Das Team ist auf einem guten Weg. Mein Kollege begleitet die restliche Sitzungszeit, ich mache mich auf den Weg in den Jahrgang 7.
15:00 – 16:00 Uhr: Besprechung im Jahrgangsteam 7. Hier geht es wieder darum, die Stimmung im Team wahrzunehmen, Fragen zu beantworten, bei Bedarf Unterstützung anzubieten. Dann geht es in die Fallbesprechung. Gedanken werden ausgetauscht, präzisiert und zu einem Handlungsplan zusammengefasst.