Klimafreundliche Innenstadt über Grenzen hinweg

In Frankfurt (Oder) und Słubice entwickelten Bürger:innen gemeinsam Ideen für eine klimafreundliche Innenstadt. In verschiedenen Beteiligungsformaten entstand eine Vision für mehr Miteinander und Nachhaltigkeit.

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Eine Stadt, zwei Länder: Die deutsch-polnische Partnerstadt Frankfurt/Oder – Słubice wird nicht nur durch die Oder, sondern auch durch eine Landesgrenze in zwei Hälften geteilt. Gerade deshalb will sie in Zukunft noch enger zusammenwachsen – und das gemeinsam mit den Menschen vor Ort. In einem großen Beteiligungsprozess im Rahmen des Programms "Common Ground - Über Grenzen mitgestalten" sollte ein Konzept für eine klimafreundliche Innenstadt entwickelt werden. Und da bei gutem Essen oft die besten Ideen kommen, lud die Region ihre Bürgerinnen und Bürger kurzerhand zu grenzübergreifenden Picknicks ein – inklusive Inputs und Thementischen, an denen an der gemeinsamen Vision gearbeitet wurde. Dabei wurden Themen wie Mobilität, Stadtentwicklung oder Uferpromenadengestaltung besprochen. 

Kleine Aktionen machen den Unterschied

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist mit dem Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum seit vielen Jahren etablierte Praxis. Eine gemeinsame Stadtentwicklungsplanung war für die Verwaltungen auf deutscher und polnischer Seite in diesem Umfang jedoch Neuland. Beide Seiten hatten unterschiedlich viel Erfahrung mit Beteiligungsprozessen und nur wenig Personalkapazitäten zur Verfügung, die das Projekt "Picknick am Wasser: Klimafreundliche Innenstadt" umsetzen konnten. Doch schnell war klar: Kleine Schritte machen den Unterschied. Besonders abwechslungsreiche und vermeintlich kleine Aktionen wie thematische Spaziergänge oder gemeinsame Thementage erzielten eine große Wirkung und halfen dabei, Langzeitziele zu etablieren. 

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Links: Eine Brücke markiert die Grenze zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice. Rechts: Common Ground Infostand auf dem Bürgerpicknick.
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Common Ground-Infostand auf dem Bürgerpicknick.

So sieht die Vision der Bevölkerung aus

Die Vision für eine klimafreundliche Innenstadt nahm immer mehr Gestalt an. In den unterschiedlichen Beteiligungsformaten kamen die Ideen der Bevölkerung auf den Tisch: Von einem gemeinsamen Jugendzentrum, mehr bilingualen Veranstaltungen bis hin zu besseren Radwegen zwischen den Städten wurden hier Stichpunkte und Anreize für eine gemeinsame Zukunftsvision gesammelt. 

Die Ergebnisse dieses Beteiligungsprozesses können sich sehen lassen. Auf jeder Seite der Grenze gibt es jetzt zum Beispiel einen Bürgertisch – mit bis zu 20 Plätzen für Begegnungen oder kleinere Workshops im öffentlichen Raum. In Słubice wurde zudem ein öffentlicher Platz gemeinsam mit den Bürger:innen bepflanzt, um mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Strukturelle Themen wie die Frage nach einem grenzübergreifenden Mobilitätskonzept werden jetzt weiterentwickelt, zum Beispiel steht der Bau einer zweiten Brücke im Raum, die den Grenzverkehr entlasten soll.

Auf einen Blick

Key Learnings

Grenzübergreifende Bürgerbeteiligung als Daueraufgabe

Für die Verwaltungen ist dieser Lernprozess ein voller Erfolg: Durch die grenzübergreifenden Formate konnten sie nicht nur interkulturelle Brücken schlagen, die die Menschen vor Ort näher zusammenbringen. Im Ergebnis der Beteiligungsformate soll 2026 ein dauerhaftes Beteiligungsgremium als „Frankfurt-Słubicer Beirat für die grenzüberschreitende Stadtentwicklung“ eingesetzt werden.

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