Die Hälfte der Lehrkräfte hat bereits ukrainische Schüler:innen

Eine neue repräsentative Umfrage der Robert Bosch Stiftung unter Lehrkräften an deutschen Schulen wirft ein Schlaglicht auf die Aufnahme geflüchteter Kinder aus der Ukraine.

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Jede zweite Lehrkraft in Deutschland hat an ihrer Schule bereits ukrainische Kinder und Jugendliche. Die Aufnahme der geflüchteten Schüler:innen ist für die allermeisten Lehrkräfte (92 %) jedoch aktuell nicht die größte Herausforderung. Vielmehr sehen 38 Prozent der Befragten auch im dritten Jahr der Pandemie die Corona-Maßnahmen und die damit verbundene Mehrbelastung und erschwerte Planbarkeit nach wie vor als größte Belastung im eigenen Berufsalltag. An zweiter Stelle steht der Lehrkräftemangel, den 26 Prozent der Befragten als größte Herausforderung betrachten, gefolgt vom Verhalten der Schüler:innen (21 %) und der Digitalisierung (17 %). Das zeigen die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers Spezial, einer repräsentativen Umfrage der Robert Bosch Stiftung GmbH, durchgeführt von forsa. Die Befragung wurde Anfang April 2022 unter rund 1000 Lehrkräften an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen durchgeführt.

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Die geflüchteten Kinder lernen bei drei Vierteln der befragten Lehrkräfte zumindest teilweise in Regelklassen gemeinsam mit Schüler:innen aus Deutschland. Herkunftssprachlicher Unterricht oder Fachunterricht auf Ukrainisch spielt an Schulen bislang praktisch überhaupt keine Rolle. Präsenzunterricht durch ukrainisches Personal oder Online-Unterricht werden jeweils nur von 1 Prozent aller Befragten  genannt. Dabei könnten digitale Lernangebote auf Ukrainisch durchaus genutzt werden: 75 Prozent aller Befragten geben an, dass ihre Schule über digitale Endgeräte verfügt, die geflüchteten Schüler:innen kurzfristig zur Verfügung gestellt werden könnten.

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Porträt Dirk Zorn

„Ukrainischsprachige Lehrkräfte und Übersetzer:innen können Schulen bei der Aufnahme der geflüchteten Schüler:innen wirksam unterstützen. Wir sollten deshalb die Beschäftigung ukrainischen Personals an deutschen Schulen unbürokratisch und schnell ermöglichen, auch in Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und staatlichen Stellen.“

Dr. Dirk Zorn, Bereichsleiter Bildung der Robert Bosch Stiftung

Das Deutsche Schulbarometer

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