Deutscher Schulpreis 2026 für Gesamtschule in Hessen

  • Robert Bosch Stiftung und Heidehof Stiftung vergeben wichtigsten Preis für deutsche Schulen zum zwanzigsten Mal.
  • Bundeskanzler Friedrich Merz überreicht in Berlin Hauptpreis an hessische Startchancen-Schule. 
  • Zusätzlicher Preis der Jury für gesellschaftlichen Zusammenhalt geht an Hamburger Stadtteilschule
     

Berlin, 29. September 2026 – Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf (Hessen) gewinnt den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis 2026. Fünf weitere Preise in Höhe von jeweils 30.000 Euro gehen an die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen (Baden-Württemberg), die Hans-Leipelt-Schule Donauwörth (Bayern), das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel (Hessen), die Oberschule Berenbostel in Garbsen (Niedersachsen) und die Staatliche Grundschule Tannroda (Thüringen). Ein zusätzlicher Preis der Jury für gesellschaftlichen Zusammenhalt in Höhe von ebenfalls 30.000 Euro geht an die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Die übrigen Finalisten erhalten einen Anerkennungspreis in Höhe von je 5.000 Euro. 

Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung GmbH und die Heidehof Stiftung GmbH in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal die besten Schulen aus. Kooperationspartner sind die ARD und die ZEIT Verlagsgruppe.

Bundeskanzler Friedrich Merz überreichte heute den Hauptpreis im Studio Berlin in Adlershof: : „Es gibt in unserem Land viele gute Schulen mit innovativen Ideen, mit engagierten Lehrkräften, mit neugierigen Schülerinnen und Schülern. Schulen, die von Enthusiasmus und Optimismus geprägt sind. Schulen, die erfolgreich mit gesellschaftlichen Entwicklungen umgehen. Schulen, die jede Begabung fördern. Dass es viele herausragende Schulen gibt – das zeigt der Deutsche Schulpreis.“

Erfolg nach Plan: Wie eine der größten Gesamtschulen Deutschlands Bildungschancen schafft

Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf ist mit über 2.000 Lernenden eine der größten Gesamtschulen Deutschlands. Für die kontinuierliche Verbesserung der Unterrichtsqualität setzt sie auf eine klare Struktur, die an ein Unternehmen erinnert: Eigene Abteilungen entwickeln das Kernprodukt – den Unterricht – gezielt weiter. Grundlage dafür sind systematisch ausgewertete Daten, die pädagogische Entscheidungen lenken. Den Gegenpol zur klaren Struktur bildet die persönliche Begleitung: Sogenannte „Hausleitungen“ geben den Kindern als feste Bezugspersonen eine Heimat auf dem weitläufigen Campus. „Die Bertha-von-Suttner-Schule beweist, wie gut ein durchdachtes Konzept und eine persönliche Begleitung zusammenwirken. Hier wird nichts dem Zufall überlassen“, sagt Prof. Dr. Thorsten Bohl, Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises und Direktor der Tübingen School of Education.

Was vor 20 Jahren als Initiative zur Rettung der eigenen Oberstufe begann, ist heute ein bundesweites Vorbild für Chancengerechtigkeit. Die Berta-von-Suttner-Schule nimmt am Startchancen-Programm der Bundesregierung teil, das gezielt Schulen in sozial herausfordernden Lagen unterstützt. Obwohl nur 15 Prozent der Kinder eine Gymnasialempfehlung mitbringen, erreichen zwei Drittel der Jugendlichen das Abitur. „Diese Schule zeigt eindrucksvoll, dass Leistung und Wohlbefinden keine Gegensätze sind. Hier gehen anspruchsvoller Unterricht und eine Kultur des Miteinanders Hand in Hand, sodass niemand die Schule ohne Perspektive verlässt. Das ist eine wichtige Botschaft für die gesamte Schullandschaft“, so Bildungswissenschaftler Bohl.

Weitere Informationen

Lesen Sie die Portraits der ausgezeichneten Schulen auf dem Deutschen Schulportal und erfahren Sie mehr über die Hauptpreisträgerschule im Online-Talk am 1. Oktober auf dem Campus des Deutschen Schulportals.

20 Jahre Deutscher Schulpreis: Vom Leuchtturm zum bundesweiten Netzwerk

„Der Deutsche Schulpreis verändert das Bildungssystem nicht durch die Pokale, die vergeben werden, sondern durch die Dynamik, die er auslöst“, sagt Dr. Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung GmbH. „Der Erfolg von 20 Jahren Deutscher Schulpreis misst sich daher nicht allein an den 123 ausgezeichneten Schulen, sondern auch an all jenen, die sich von ihnen haben inspirieren lassen“, so Straub. 

Die Initiative wirkt gezielt über die eigentliche Auszeichnung hinaus: Mit dem Deutschen Schulportal hat die Stiftung eine der größten Plattformen für Schulentwicklung im deutschsprachigen Raum aufgebaut. Mehr als 100.000 Nutzer:innen informieren sich dort monatlich und suchen den Austausch. Das bundesweite Hospitationsprogramm nutzten bisher rund 2.700 Lehrkräfte, um erfolgreiche Konzepte direkt vor Ort kennenzulernen und in die eigene Praxis zu übertragen.

Preis der Jury für die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg

„Der Deutsche Schulpreis ist seit jeher auch ein Seismograf für die aktuellen Herausforderungen an unseren Schulen“, betont Straub. Gerade heute müsse die Schule ein Ort sein, an denen Kinder und Jugendliche erleben, wie das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft gelingen kann. Hier lernen sie, mit Konflikten konstruktiv umzugehen und Vielfalt als Chance zu begreifen. „Deshalb haben wir den Impuls der Jury gern aufgegriffen und verleihen in diesem Jubiläumsjahr einen Preis für gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Dieser mit 30.000 Euro dotierte „Preis der Jury“ geht an die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Die Jury würdigt damit insbesondere den vorbildlichen Umgang der Schule mit Diversität, ihre konsequente Öffnung in den Sozialraum sowie ihr erfolgreiches Engagement für mehr Bildungsgerechtigkeit.

Der Deutsche Schulpreis

Der Deutsche Schulpreis gilt als die renommierteste und anspruchsvollste Auszeichnung für gute Schulen in Deutschland. Die Jury bewertet die Schulen in sechs Qualitätsbereichen. Im Mittelpunkt steht dabei die „Unterrichtsqualität“. Die fünf weiteren Qualitätsbereiche sind „Leistung“, „Umgang mit Vielfalt“, „Verantwortung“, „Schulleben und Netzwerke“ sowie „Lernende Schule“.  Diese Merkmale sind inzwischen als Kennzeichen guter Schulqualität allgemein anerkannt. 

Die Bewerbungsphase für den Deutschen Schulpreis 2027 läuft bereits: Alle allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Deutschland sowie Deutsche Auslandsschulen können sich bis zum 31. Januar 2027 bewerben.

Mehr Informationen finden Sie unter www.deutscher-schulpreis.de.

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Michael Herm (Pressekontakt)

Michael Herm, Senior Expert

Robert Bosch Stiftung

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