Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf (Hessen) gewinnt den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis 2026. Fünf weitere Schulen wurden mit Preisen in Höhe von jeweils 30.000 Euro ausgezeichnet: die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen (Baden-Württemberg), die Hans-Leipelt-Schule Donauwörth (Bayern), das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel (Hessen), die Oberschule Berenbostel in Garbsen (Niedersachsen) und die Staatliche Grundschule Tannroda (Thüringen).
Ein zusätzlicher Preis der Jury für gesellschaftlichen Zusammenhalt, ebenfalls mit 30.000 Euro dotiert, geht an die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Die übrigen Finalisten erhalten einen Anerkennungspreis von jeweils 5.000 Euro.
Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal die besten Schulen aus. Kooperationspartner sind die ARD und die ZEIT Verlagsgruppe.
Bundeskanzler Friedrich Merz überreichte heute den Hauptpreis im Studio Berlin in Adlershof: „Es gibt in unserem Land viele gute Schulen mit innovativen Ideen, mit engagierten Lehrkräften, mit neugierigen Schülerinnen und Schülern. Schulen, die von Enthusiasmus und Optimismus geprägt sind. Schulen, die erfolgreich mit gesellschaftlichen Entwicklungen umgehen. Schulen, die jede Begabung fördern. Dass es viele herausragende Schulen gibt – das zeigt der Deutsche Schulpreis.“
„Dass es in unserem Land viele herausragende Schulen gibt – das zeigt der Deutsche Schulpreis“
Ein Erfolgsmodell für mehr Bildungschancen
Mit mehr als 2.000 Schüler:innen ist die Bertha-von-Suttner-Schule eine der größten Gesamtschulen Deutschlands. Um ihren Unterricht kontinuierlich zu verbessern, setzt sie auf klare Strukturen: Eigene Abteilungen entwickeln das „Kernprodukt“ Unterricht gezielt weiter. Grundlage sind systematisch ausgewertete Daten, die pädagogische Entscheidungen lenken.
Gleichzeitig spielt die persönliche Begleitung eine zentrale Rolle. Sogenannte „Hausleitungen“ sind feste Bezugspersonen für die Kinder und geben ihnen auf dem weitläufigen Campus eine Heimat.
„Die Bertha-von-Suttner-Schule beweist, wie gut ein durchdachtes Konzept und eine persönliche Begleitung zusammenwirken. Hier wird nichts dem Zufall überlassen“, sagt Prof. Dr. Thorsten Bohl, Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises und Direktor der Tübingen School of Education.
Was vor 20 Jahren als Initiative zur Rettung der eigenen Oberstufe begann, ist heute ein bundesweites Vorbild für Chancengerechtigkeit. Die Schule nimmt am Startchancen-Programm der Bundesregierung teil, das Schulen in sozial herausfordernden Lagen unterstützt. Obwohl nur 15 Prozent der Kinder eine Gymnasialempfehlung mitbringen, erreichen zwei Drittel der Jugendlichen das Abitur.
„Diese Schule zeigt eindrucksvoll, dass Leistung und Wohlbefinden keine Gegensätze sind. Hier gehen anspruchsvoller Unterricht und eine Kultur des Miteinanders Hand in Hand, sodass niemand die Schule ohne Perspektive verlässt. Das ist eine wichtige Botschaft für die gesamte Schullandschaft“, so Bohl.
Weitere Informationen
Lesen Sie die ausführlichen Portraits der Preisträgerschulen auf dem Deutschen Schulportal.
Sonderpreis für gesellschaftlichen Zusammenhalt
„Der Deutsche Schulpreis ist seit jeher auch ein Seismograf für die aktuellen Herausforderungen an unseren Schulen“, betont Dr. Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung GmbH. Gerade heute müsse Schule ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche erleben, wie das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft gelingen kann. Hier lernen sie, mit Konflikten konstruktiv umzugehen und Vielfalt als Chance zu begreifen. „Deshalb haben wir den Impuls der Jury gern aufgegriffen und verleihen in diesem Jubiläumsjahr einen Preis für gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
Dieser mit 30.000 Euro dotierte „Preis der Jury“ geht an die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Die Jury würdigt damit insbesondere den vorbildlichen Umgang der Schule mit Diversität, ihre konsequente Öffnung in den Sozialraum sowie ihr erfolgreiches Engagement für mehr Bildungsgerechtigkeit.
Deutscher Schulpreis
Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung seit 20 Jahren gute Schulen und ihre innovativen Schulkonzepte aus. Kooperationspartner sind die ARD und die ZEIT Verlagsgruppe. Aus dem Wettbewerb ist mittlerweile ein bundesweites Netzwerk von exzellenten Schulen, Schulpraktiker:innen und Bildungswissenschaftler:innen entstanden, die gemeinsam das Ziel verfolgen, die Schulentwicklung in Deutschland voranzutreiben.