In Deutschland, Spanien, der Schweiz, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich sind Menschen mit Migrationsgeschichte in den Parlamenten nach wie vor unterrepräsentiert. Der Anteil ist in den Niederlanden mit 19 % am höchsten, während er in Spanien mit nur 2 % am niedrigsten ausfällt.Obwohl die Repräsentation zwischen 2012 und 2021 insgesamt zugenommen hat, verläuft der Fortschritt nur langsam – mit Ausnahme von Deutschland (+7 Prozentpunkte) und dem Vereinigten Königreich (+4 Prozentpunkte).In Deutschland liegt der Anteil der Abgeordneten mit Migrationsgeschichte nach der Bundestagswahl 2025 bei rund 11,6 Prozent – kaum verändert zu 2021 (11,3 Prozent).
Berlin/Stuttgart, 18. März 2025 – Abgeordnete mit Migrationsgeschichte sind in vielen europäischen Ländern nach wie vor unterrepräsentiert, so das Ergebnis der aktuellen
Studie „REPCHANCE Europe“, die von der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde. Die Studie zu fünf europäischen Demokratien (Deutschland, die Niederlande, Spanien, die Schweiz und das Vereinigte Königreich) zeigt, dass trotz bescheidener Fortschritte in den letzten zehn Jahren der Anteil der Abgeordneten mit Migrationsgeschichte weiterhin deutlich hinter ihrem Anteil an der Bevölkerung in den einzelnen Ländern zurückbleibt.
Dabei weisen die Studienergebnisse auf deutliche Unterschiede hin. Die Niederlande liegen mit einem Anteil von 19 % an der Spitze, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 15 %, der Schweiz mit 14 % und Deutschland mit 11 %. Im Gegensatz dazu liegt Spanien mit nur 2 % weit zurück. In allen fünf Ländern ist die Repräsentation im Untersuchungszeitraum zwar gestiegen – allerdings unterschiedlich schnell. Deutschland verzeichnete den größten Anstieg (+7 Prozentpunkte), während Spanien nur minimale Verbesserungen erzielte. Das Vereinigte Königreich und die Schweiz konnten moderate Zuwächse von 4 bzw. 2 Prozentpunkten verzeichnen.
Professor Dr. Andreas Wüst, Koordinator der vergleichenden Studie und Studienleiter für Deutschland, bemerkt: „Es geht nicht darum, eine exakte proportionale Vertretung zu erreichen, sondern darum, faire Chancen für alle zu gewährleisten. Die politischen Parteien müssen die politische Chancengleichheit für Menschen mit Migrationsgeschichte sicherstellen – doch einige Parteien weisen nach wie vor erhebliche Defizite bei Kandidaten, Mandatsträgern und Amtsträgern auf.“