Wie Klimawandel und Konflikte zusammenhängen

Der Klimawandel gefährdet den Frieden. Im Nahen und Mittleren Osten, einer vom Klimawandel stark betroffenen Region, verschärfen sich deshalb alte Konflikte, neue Auseinandersetzungen entstehen. Und diese Tatsache trägt indirekt wiederum zum Klimawandel bei. Die Infografiken zeigen, warum.

Bis 2039 wird die Temperatur um 2 bis 2,5 Grad steigen

Der Klimawandel im Nahen Osten und Nordafrika (MENA) ist eine Geschichte der Ungerechtigkeit. Obwohl die Region seit 1850 nur 3 Prozent der gesamten globalen CO2-Emissionen verursacht hat, wird sie von den Auswirkungen des Klimawandels außerordentlich stark betroffen sein. Schon heute ist es in der MENA-Region heiß und trocken, 82,5 Prozent der Fläche sind mit Wüste bedeckt. 12 der 17 Länder mit der größten Wasserknappheit der Welt befinden sich hier. Selbst für den Fall, dass die Emissionen gemäß dem Pariser Klimaabkommen gesenkt werden, prognostizieren Wissenschaftler:innen für die MENA-Region bis 2039 einen weiteren Temperaturanstieg von 2 bis 2,5 Grad.

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Besonders deutlich wurde der Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und sozialen und politischen Problemen durch die arabischen Umbrüche im Jahr 2011: In den fünf Jahren zuvor hatte die Region eine der schwersten Dürreperioden seit 100 Jahren durchgemacht, die unmittelbar zum Verlust von Lebensgrundlagen, zu hohen Lebensmittelpreisen und Binnenvertreibung führte. Das am stärksten betroffene Land war Syrien, wo 20 Prozent der Bevölkerung ihre Einkommensquelle verloren hatten. In der Folge versank das Land im blutigsten Bürgerkrieg, den die Region seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gesehen hat.

Andererseits tragen Konflikte wiederum indirekt zu weiteren Klimaveränderungen bei, weil notwendige politische Maßnahmen nicht ergriffen werden oder der Zugang zu Ressourcen erschwert wird.

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Auch für Europa ist es von strategischer Bedeutung, die arabische Welt bei der Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels zu unterstützen. Nicht nur weil unkontrollierte Risiken gewaltsame Konflikte hervorrufen oder zu mehr Flucht und Vertreibung führen können, sondern auch weil andere geopolitische Akteure beginnen, die Verletzlichkeit der Region für ihre eigenen Zwecke auszunutzen.

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