DBSE DesignLab mit Schwerpunkt Schulentwicklungsberatung
Über das Projekt
Die Designbasierte Schulentwicklung (DBSE) ist darauf angelegt, die Problemlösekompetenz von Akteur:innen im Schulsystem zu stärken. Das Ziel ist es, die knappen Ressourcen und Energien für Entwicklung im System bestmöglich zu nutzen. Durch diesen international bewährten Ansatz können Entwicklungsvorhaben effizient und wirksam durchgeführt werden. Auch kann sich das Bildungssystem so durch wiederholte effektive Problemlösungen kontinuierlich verbessern.
Das DBSE DesignLab ist ein Projekt der Berliner Senatverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung und unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Nina Bremm, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Es legt im Projektzeitraum 2024-2027 den Fokus auf die Weiterentwicklung designbasierter Schulentwicklungsberatung im Sinne einer Wissenschafts-Praxis-Partnerschaft (WPP). Während Schulentwicklungsberatende des Berliner Unterstützungssystems (Fortbildung Berlin und ProSchul) mit Unterstützung der jeweiligen Schulaufsichten ausgewählte Schulen in der DBSE-Logik begleiten, liefern datengestützte Rückmeldungen und Design-Vorschläge der Wissenschaft Impulse für die Reflexion und Weiterentwicklung der Beratungspraxis.
DBSE wird dabei als Ergänzung bestehender Beratungspraxis verstanden und soll insbesondere im Hinblick auf Anschlussfähigkeit für effektive Problemlösungsstrategien im deutschen Schulentwicklungskontext überprüft und weiterentwickelt werden. Die Berliner Gesamtstrategie zur Bildungsqualität hat zum Ziel, die sprachlichen und mathematischen Kompetenzen der Berliner Schüler:innen zu verbessern bzw. die Gruppe derjenigen, die die Mindeststandards verfehlen, deutlich zu verkleinern. Ebenso sollen emotional-soziale Kompetenzen gefördert und gesichert werden. Diese Zielsetzung wird als Rahmensetzung im DBSE-DesignLab aufgenommen. Erkenntnisse aus der WPP sollen in Empfehlungen für eine anschließende Übernahme in das Repertoire des neuen Berliner Landesinstituts münden.
Das DBSE-DesignLab schließt an das Projekt Designbasierte Schulentwicklung (DBSE) an Berliner Schulen an. Zwischen 2019 und 2023 kamen Kollegien exemplarisch ausgewählter Schulen, deren Schulaufsichten sowie die Senatsverwaltung für Bildung zusammen. gemeinsam mit dem Urheber des Konzepts, Prof. Rick Mintrop, sowie externen Schulentwicklungsberatenden von bildung.komplex erprobten sie den den DBSE-Ansatz im deutschen Kontext. Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet durch Prof. Nina Bremm und gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Schulentwicklungsberater:innen aus proSchul und der Fortbildung Berlin sowie Schulaufsichten wurden in der Pilotphase regelmäßig zur Teilnahme eingeladen. Im Laufe des Projekts wurde ein eigener Arbeitsschwerpunkt für die Profession Schulentwicklungsberatung identifiziert.
Warum machen wir das Projekt?
Im Projekt soll der US-amerikanische Ansatz DBSE auf den deutschen Kontext übertragen werden. Mit Hilfe von DBSE soll die Problemlösekompetenz von Akteuren im Schulsystem gestärkt werden, so dass beteiligte Schulen sich durch wiederholte effektive Problemlösungen kontinuierlich verbessern. Schlussendlich soll die Umsetzung des designbasierten Schulentwicklungsansatzes in Berlin zu einer Verbesserung der Bildungsqualität und Problemlösungsfähigkeit von Schulen in kritischer Lage und der schulischen Unterstützungsangebote führen.
Was wollen wir erreichen?
Der Schwerpunkt liegt in diesem Projekt auf der Schulentwicklungsberatung, bei der die Schulen als wichtige Entwicklungs- und Erprobungsakteure in einer Research-Practice-Partnership fest integriert werden. Das Ziel ist es, DBSE unter verstärkter Berücksichtigung dieser Gruppe zu erproben. Um einen systemweiten Ansatz realisieren zu können, werden zudem Vertreter der Schulaufsicht, Schulen und Wissenschaft in die Ko-Design-Schleifen einbezogen. Das entstehende Fortbildungsformat soll an das Vorwissen, die bestehenden Praktiken und Bedarfe der Schulen für besondere Herausforderungen angepasst sein und nach Projektende in die Berliner Regelstrukturen (neues Landesinstitut) überführt werden. Die Wissenschaftliche Leitung arbeitet zudem maßgeblich an der weiteren Theoretisierung zentraler Wirkmechanismen der DBSE, um wissenschaftliche Wissensbestände in das Fortbildungsnagebot einzuweben und so einen nachhaltigen bundesweiten Transfer in Regelstrukturen zu ermöglichen.
Für den Bildungsbereich der Robert Bosch Stiftung ist dieses Kooperationsprojekt in seiner Multi-Akteurspartnerschaft bestehend aus Bildungspraxis, -wissenschaft, -administration und uns als zivilgesellschaftlichem Akteur ein spannendes Lernfeld. Wir verstehen Multi-Akteurspartnerschaften und ein systemisch angelegtes Vorgehen im Projekt als eine Gelingensbedingung, um systemisch wirken zu können. Wir wollen mit unserer Expertise capacity building sowie Professionalisierung des Regelsystems unterstützen und beim Aufbau von Transferstrukturen und -prozessen mitwirken.
Wie ist der Ablauf?
Schulentwicklungsberatende (SEB) von ProSchul und der regionalen Fortbildung Berlin bearbeiten mit Schulen deren Probleme nach der DBSE-Logik. So soll durch kontinuierliche Reflexion auf Beratungsfälle verstanden werden, wie etablierte Beratungsroutinen in Richtung wirksamer Problemlösung und der Veränderung von Schul- und Unterrichtspraktiken verändert werden können. Die Arbeit findet in einer ersten Kohorte zunächst in zwei Berliner Bezirken statt, in denen die Schulaufsicht im zurückliegenden Projekt bereits z. T. mit DBSE gearbeitet hat oder prozessbegleitend in Workshops in das Verfahren eingeführt wurde. In der zweiten Kohorte folgen dann zwei weitere Bezirke. Im Prozess werden regelmäßige Fallkonferenzen zwischen Wissenschaft und SEB etabliert, in denen die Fälle besprochen und DBSE-Beratungsszenarien entwickelt werden. Daten (Audiographien, Daten zu den DBSE-Iterationen usw.), die auf Seiten der Wissenschaft erhoben und prozessbegleitend ausgewertet werden, werden in die Fallkonferenzen eingebracht und aus den unterschiedlichen Perspektiven diskutiert, um Handlungsräume zu eröffnen und das eigene Handeln zu reflektieren, zu systematisieren und zu theoretisieren.
Mehr erfahren
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auch auf der Website der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.
Ihre Ansprechpartner:innen
Gisela Hoiman
Senior Projektmanagerin
Christian Hausner
Senior Projektmanager