Wohlbefinden aus Kinderperspektive

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Über das Projekt

Das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V. (nifbe) untersucht, was zum Wohlbefinden von Kindern in Kindertageseinrichtungen beiträgt – und zwar aus Sicht der Kinder selbst. Damit rückt das Vorhaben die Agency von Kindern in den Mittelpunkt und begreift sie als eigenständige und kompetente Akteur:innen ihrer Lebenswelt.
Bisher wird das kindliche Wohlbefinden häufig von Erwachsenen beschrieben und beurteilt. Hier setzt das Forschungsvorhaben an und fragt: In welchen Situationen, an welchen Orten und unter welchen Bedingungen erleben Kinder in der KiTa Wohlbefinden? Und was ist ihnen dabei besonders wichtig?
Methodisch knüpft das Projekt an den Kinderperspektivenansatz an, der vom Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) entwickelt wurde. In Verbindung mit einem multimethodischen Vorgehen werden Kinder aktiv in den Forschungsprozess einbezogen – sie fotografieren, erzählen, gestalten und reflektieren gemeinsam mit den Forschenden. So entsteht ein vielschichtiges Bild ihrer Erfahrungen und Sichtweisen.
Ziel ist es, zentrale Schlüsselsituationen für kindliches Wohlbefinden zu identifizieren und daraus konkrete Impulse für die pädagogische Praxis abzuleiten. In einer anschließenden Transferphase sollen Materialien und Qualifizierungskonzepte entstehen, die pädagogische Fachkräfte dabei unterstützen, das Wohlbefinden von Kindern im KiTa-Alltag gezielt zu fördern.
Das Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Warum fördern wir das Projekt?

Das Wohlbefinden von Kindern ist eine grundlegende Voraussetzung für gelingende Entwicklungs- und Bildungsprozesse. Dennoch wird es in Forschung und Praxis bislang häufig aus der Sicht Erwachsener definiert und bewertet. Während sich viele bestehende Studien auf objektive Lebensumstände oder elterliche Einschätzungen stützen, bleibt die Perspektive der Kinder selbst oft unberücksichtigt. Mit der Kinderrechtskonvention wurde das Recht der Kinder auf Beteiligung und die Anerkennung ihrer eigenen Sichtweisen gestärkt – auch in der frühkindlichen Bildung. Dieses Projekt greift diesen Paradigmenwechsel auf, indem es die Kinder selbst zu Wort kommen lässt und so neue Erkenntnisse über ihr subjektives Wohlbefinden ermöglicht. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Wohlbefinden als zentrale Dimension von Bildungsqualität zu verstehen und entsprechende Bedingungen in Kitas zu fördern.

Was wollen wir erreichen?

Ziel des Projekts ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zum kindlichen Wohlbefinden aus der Perspektive der Kinder selbst zu gewinnen. Es soll sichtbar gemacht werden, in welchen Situationen, unter welchen Bedingungen und Strukturen Kinder in der Kita Wohlbefinden erleben. Darüber hinaus sollen Fach- und Leitungskräfte für das Thema sensibilisiert und in die Lage versetzt werden, förderliche Bedingungen gezielt zu schaffen. Die Forschungsergebnisse sollen zeigen, wie pädagogische Situationen gestaltet sein müssen, um Kinder zu stärken, Selbstwirksamkeit zu fördern und ihre seelische Gesundheit zu unterstützen. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, Wohlbefinden als handlungsleitendes Prinzip in der frühpädagogischen Praxis zu verankern und in Qualifizierungsprozesse einzubringen.

Wie läuft das Projekt ab?

In zehn Kindertageseinrichtungen werden Kinder mithilfe verschiedener qualitativer Methoden befragt. Dabei kommen kreative, visuelle und sprachbasierte Verfahren zum Einsatz, die an die individuellen Ausdrucksformen der Kinder angepasst sind. In einer Pilotphase werden geeignete Erhebungsinstrumente ausgewählt, erprobt und anschließend weiterentwickelt. Ziel ist es, drei bis vier Erhebungsmethoden zu kombinieren, um die Vielfalt kindlicher Perspektiven sichtbar zu machen. Die erhobenen Daten werden mit der dokumentarischen Methode analysiert, um typische Muster und Schlüsselsituationen des Wohlbefindens zu rekonstruieren. Auf Basis dieser Ergebnisse werden Praxis-Implikationen abgeleitet, die zeigen, wie pädagogische Fachkräfte Wohlbefinden im Alltag gezielt fördern können. In einer anschließenden Transferphase ist die Entwicklung von Materialien und Qualifizierungskonzepten vorgesehen, die in der Praxis erprobt werden.

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Lesen Sie mehr über den Kinderperspektivansatz des Instituts für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI)

Ihre Ansprechpartner:innen

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Nina-Sofia Schmidt

Senior Projektmanagerin

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Meike Sauerhering

Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V.

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Bastian Walther

Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V.

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